Prandelli: Zwei Tage länger Pause Vorteil für DFB-Elf
"Mit diesem Problem muss sich die UEFA für das nächste Turnier beschäftigen", forderte Italiens Teamchef Cesare Prandelli. "Entweder muss man das Turnier verlängern oder andere Lösungen finden. Ansonsten wird man Endspiele ohne große Klasse haben"

Foto © APADer Stratege (Andrea Pirlo) und sein Coach (Cesare Prandelli)
Italiens Fußball-Nationalteam hat mit einem großen Nachteil die Vorbereitung auf das EM-Halbfinale am Donnerstag in Warschau gegen Deutschland aufgenommen. Die DFB-Auswahl hatte ihr Viertelfinale gegen Griechenland bereits am Freitag und das noch dazu ohne allzu großer Mühe gewonnen, die Italiener ihre Partie gegen England erst am Sonntag nach 120 Minuten sowie einem Elfmeterschießen mit 4:2. Die Truppe von Chefcoach Joachim Löw konnte daher zwei Tage länger regenerieren.
"Die zwei Tage länger Pause sind sicher ein großer Vorteil für Deutschland", sagte Italien-Teamchef Cesare Prandelli am Montag. Die Regenerationsmöglichkeiten seien sehr ungleich. "Mit diesem Problem muss sich die UEFA für das nächste Turnier beschäftigen", forderte Prandelli. "Entweder muss man das Turnier verlängern oder andere Lösungen finden. Ansonsten wird man Endspiele ohne große Klasse haben", warnte der Italiener.
An Selbstbewusstsein mangelt es den Italienern aber nicht. "Ich bin sicher, dass wir Deutschland mit einigen taktischen Ideen in Schwierigkeiten bringen können", sagte der 54-Jährige am Montag im Casa Azzurri. Auch große Mannschaften wie Deutschland hätten Schwachstellen.
Schweinsteiger wohl in Startelf
Bei den Deutschen dürfte Bastian Schweinsteiger von Beginn an zum Einsatz kommen. "Wir gehen davon aus, dass Bastian trotz noch leichter Probleme am Sprunggelenk am Donnerstag auflaufen kann", berichtete DFB-Tormanntrainer Andreas Köpke am Montag. Auch der angeschlagene Bayern-München-Mittelfeldspieler selbst gab am Montag Entwarnung. "Ich fühle mich fit, um in der Startformation spielen zu können. Ich bin sehr heiß darauf", erklärte Deutschlands Vizekapitän.
Nach der schwachen Leistung des Münchners im Viertelfinale gegen Griechenland (4:2) und seinem Eingeständnis, dass ihn die im Februar erlittene Knöchelverletzung immer noch behindert, war heftig über Schweinsteigers Einsatzfähigkeit spekuliert worden. "Glauben Sie mir: Wenn ich sage, dass ich mich gut fühle, dann fühle ich mich auch gut", hielt der 94-fache Nationalspieler nun entgegen.
Die DFB-Kicker rechnen fix mit dem ersten Sieg gegen Italien bei einer EM oder WM. "Was in der Vergangenheit war, zählt nicht für uns", betonte Mittelfeldregisseur Mesut Özil. "Unser Ziel ist jetzt, den EM-Titel nach Deutschland zu holen. Dafür sind wir hier."













