Die Belastung einer Euro
Werder-Legionär und ÖFB-Teamspieler Sebastian Prödl im Gespräch mit der Kleinen Zeitung über die EURO 2012.

Foto © APDeutsche Jubeltraube
Mit Sebastian Prödl im Gespräch über . . . . . .
die Deutschen, ihre Erfolge und die Rotation. Trotz der Auftaktsiege gegen Portugal und Holland ist Deutschland in der Hammergruppe B noch lange nicht durch. Um der Gefahr der vorzeitigen Heimreise zu entkommen, wird Deutschland alles versuchen, das zuvor nie erreichte Maximum an neun Punkten zu erzielen. Die bisherigen Erfolge geben den Deutschen die Sicherheit und das Selbstvertrauen, die sie in der Vorbereitung vermissen ließen. Und jede Rotation gibt Teamchef Jogi Löw die Möglichkeit, einigen eine Pause zu gönnen und zugleich anderen eine Chance zu geben. Für das Ziel EM-Titel wird man so oder so jeden Einzelnen brauchen. Die Entscheidung, wer pausiert, muss im Team fallen. Die medizinische Abteilung (die anhand der Blutwerte etwa die Gefahr von Übermüdung erkennen kann), und die Physiotherapeuten müssen genauso involviert sein, wie die Spieler selbst. Die letzte Entscheidung trifft aber natürlich der Trainer. Das ist übrigens eine Stärke der Deutschen: In der Mannschaft herrscht ungemein großer Teamgeist - und das wird man auch gegen Dänemark sehen
. . . . die Belastung einer Euro. Die Belastung bei solch einem Turnier ist riesengroß - und zwar nicht nur die körperliche. Vor allem mental ist ein Großereignis eine Herausforderung. Alle vier Tage muss man Höchstleistungen abrufen, der Druck von außen - durch Fans und der Medien - ist enorm. Und das alles nach einer extrem langen Saison. Man hat praktisch kaum Zeit für Regeneration, ist immer auf Spannung. Das strengt an, die Verletzungsgefahr steigt. Das Problem sieht man oft bei den Spielen: Solange die Spritzigkeit da ist, der Kopf mitspielt, stimmt die Ordnung. Aber: Ein kleiner Stellungs- oder Konzentrationsfehler kann entscheiden. Und (geistig) müde Spieler machen Fehler
. . . . bisherige Höhepunkte. Man spricht immer viel von defensiver Organisation. Aber diese Euro ist ein Offensivfestival, noch nie sind so viele Tore gefallen. Das freut mich als Zuschauer natürlich auch. Trotzdem: Die Favoriten haben sich noch nicht eindeutig positioniert, der Kreis der Sieganwärter ist nicht geschrumpft. Das heißt, dass es nach wie vor Spannung gibt - schon in der Vorrunde.
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Zur Person
Sebastian Prödl (24) ist seit 2008 Fußball-Profi in der Deutschen Bundesliga bei Werder Bremen






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