Daniele de Rossi - Raubein mit langem Ärmel
Italiens neuer Abwehrchef Daniele de Rossi warnt die Gegner per Tätowierung und trägt Teletubbies am Oberarm. Am Donnerstag trifft die "Squadra Azzurra" auf Kroatien. Das Spiel ab 18 Uhr bei uns im Live-Ticker.

Foto © APAEin kurzer und ein langer Ärmel: Daniele de Rossi
Einmal lang, einmal kurz. Gegen Spanien hat Italiens Daniele de Rossi mit einem ungewöhnlichen Dress gespielt. Links ein langer Ärmel, rechts ein kurzer.
Sofort wurde heftig diskutiert, warum der 28-Jährige vom AS Rom seinen linken Arm an einem Sommertag vor dem Licht der Öffentlichkeit versteckt. Rechtsradikale Tätowierungen waren der erste Erklärungsreflex. Tatsächlich ist de Rossi bekennender Anhänger der "Forza Nuova", einer rechtsextremen Partei, die ihre Mitglieder auch unter gewaltbereiten Fußballfans rekrutiert.
Auf dem linken Arm hat sich Tattoo-Liebhaber de Rossi aber ganz etwas anderes stechen lassen: "Einen Teletubbie und die Worte eines Liedes, das ich meiner Tochter Gaia immer zum Einschlafen vorgesungen habe." Seine Ex-Frau Tamara Pisnoli hatte ihm diese Tätowierung geschenkt.
Aberglaube
Wahrscheinlicher ist also die zweite These: Aberglaube. De Rossi gilt als äußerst abergläubisch und berührt vor einem Spiel zum Beispiel auch immer die Decke des Kabinengangs. Der lange Ärmel könnte also ein ungewöhnlicher Glücksbringer sein.
Oder aber es ist ganz einfach ein lieb gewordene Gewohnheit. In der Serie A ist de Rossi schon öfter mit einem langen Ärmel eingelaufen - auch auf der rechten Seite. Dort kommt übrigens seine Tochter Gaia wieder indirekt vor. In dem lateinischen Zitat: "Ubi tu Gaius, ibi ego Gaia", was übersetzt soviel heißt wie: "Wo du hingehst, will auch ich hingehen."
De Rossi kann aber auch anders. Auf dem Spielfeld ist er kämpferisch und schon des Öfteren ungut aufgefallen. 2006 trat er in einem Freundschaftsspiel gegen die Schweiz Xavier Margairaz auf den Oberschenkel und kam ungeschoren davon. Bei der WM 2006 schlug er dem Amerikaner Brian McBride seinen Ellbogen ins Gesicht. McBride musste genäht werden und de Rossi bis zum Finale zuschauen.
Achtung Grätsche
Und in diese Liga passt eines seiner neuesten Körperkunstwerke auf der rechten Wade. Die ziert ein "Achtung vor meiner Grätsche"-Tattoo. Wenn de Rossi, der in Italien nur "Capitan futuro" - "künftiger Kapitän" - genannt wird, am Donnerstag gegen Kroatien wieder als Abwehrchef einläuft, wird ein Gegenspieler sicher gewarnt sein. Darijo Srna, der mit Schachtar Donezk 2011 in der Champions League gegen Roma gespielt hat. Und der de Rossis Ellbogen ins Gesicht bekommen hat. Ungestraft.
Features
Daniele de Rossi
Geboren am 24. Juli 1983 in Rom.
Spielt seit seinem 17. Lebensjahr für AS Roma und erzielte in 272 Spielen 32 Tore. In der Nationalmannschaft brachte es der Vater einer Tochter auf 10 Tore in 70 Spielen.
Gegen Spanien hat Trainer Cesare Prandelli den Mittelfeldspieler zum ersten Mal als Abwehrchef eingesetzt. "Die neue Rolle gefällt mir", sagt de Rossi, der sich mit seiner Leistung den Titel "il muro" - die Mauer verdient hat.







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