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Zuletzt aktualisiert: 17.06.2012 um 22:56 UhrKommentare

Die Elftal fährt heim

Für Vize-Weltmeister Niederlande ist die Fußball-EM in Polen und der Ukraine schon nach der Gruppenphase zu Ende. Die Truppe von Chefcoach Van Marwijk unterlag am Sonntag in Charkiw Portugal mit 1:2.

Foto © APA

Holland beendete die Gruppe B damit punktlos als Letzter. Die Portugiesen zogen hingegen dank eines groß aufspielenden Cristiano Ronaldo, der auch beide Treffer (28., 74.) erzielte, neben Deutschland (2:1 gegen Dänemark) ins Viertelfinale ein, wo sie es am Donnerstag in Warschau mit Tschechien zu tun bekommen.

Damit hat es in der EM-Geschichte weiterhin kein Team nach zwei Niederlagen in den ersten Spielen - 0:1 gegen Dänemark und 1:2 gegen Deutschland - noch geschafft, den Aufstieg zu fixieren. Für die Niederländer, für die Van der Vaart traf (11.), ist es die größte Schmach seit 1984, wo man erst gar nicht beim Turnier vertreten war, sowie das erste Out nach der Gruppenphase seit 1980. Damals hatten die Niederländer bei der acht Teams umfassenden EM in Italien in ihrer Gruppe Rang drei belegt.

Die Portugiesen waren mit Ausnahme der Anfangsviertelstunde klar besser und kamen völlig verdient zum Sieg. Der zuletzte als "Chancentod" stark in die Kritik geratene Ronaldo drückte der Partie seinen Stempel auf. Nach einem Pereira-Idealpass kam Vlaar zu spät und der Real-Madrid-Star ließ sich die Möglichkeit nicht entgehen (28.). Beim 3:2 gegen Dänemark hatte Ronaldo eine ähnliche Chance noch stümperhaft ausgelassen.

Bereits zuvor hatte Portugals Kapitän nur die Außenstange getroffen (16.), und bei einem Kopfball seinen Meister in Stekelenburg gefunden (23.). Danach hatte der Niederlande-Goalie bei einem ansatzlosen Ronaldo-Weitschuss seine Mühe (33.) und ging ein Kopfball des Offensivstars knapp daneben (35.). Nach dem Seitenwechsel schloss Ronaldo einen Konter nach Nani-Vorarbeit mustergültig zum entscheidenden 2:1 ab (74.). In der 90. Minute verhinderte nur die Stange einen Triplepack des Angreifers.

Van Marwijks Sessel wackelt

Die Niederländer hätten mit zwei Toren Unterschied gewinnen müssen, um aufzusteigen, waren aber meilenweit davon entfernt. Van Marwijk hatte zuletzt Rückendeckung von Verbandsseite erhalten, aufgrund des miserablen Abschneidens mit null Punkten aus drei Spielen scheint aber auch seine Zukunft trotz längerfristigen Vertrags mehr als ungewiss.

Van Marwijk brachte im Spiel der letzten Chance drei neue Kräfte in der Anfangsformation. Anstelle von Heitinga sollte Vlaar die Innenverteidigung stabilisieren, im zentralen Mittelfeld bekam der kreativere und offensivere Van der Vaart gegenüber Trainer-Schwiegersohn Van Bommel den Vorzug und an vorderster Front agierte Huntelaar. Van Persie agierte als hängende Spitze, Sneijder rückte für den zu Beginn auf die Bank verbannten Afellay auf die linke Offensivseite.

Der Europameister von 1988 war aber nur in der Anfangsphase furios. Van der Vaart nahm sich nach Robben-Zuspiel aus 20 Metern ein Herz und traf unhaltbar für Patricio genau ins lange Eck (11.). Der Kapitän rechtfertigte damit gleich einmal seine Aufstellung von Beginn an. Wer allerdings glaubte, dass die "Oranjes" in der Folge groß aufspielten, lag völlig falsch. Der Gegentreffer war wie ein Weckruf für die Portugiesen, die sich plötzlich wie verwandelt präsentierten und die völlig überforderte Niederlande-Defensive immer wieder vor Probleme stellten.

Wie vor der Pause war auch in den zweiten 45 Minuten von den erstmals von Beginn an gemeinsam in der Spitze aufgebotenen Huntelaar und Van Persie überhaupt nichts zu sehen, vor allem aber auch, da sie kaum brauchbare Bälle erhielten.


Gruppe B

1. Deutschland35:29
2. Portugal35:46
3. Dänemark34:53
4. Niederlande32:50

Spielplan

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Alle Europameister

2012: Spanien
2008: Spanien
2004: Griechenland
2000: Frankreich
1996: Deutschland
1992: Dänemark
1988: Niederlande
1984: Frankreich
1980: Deutschland
1976: Tschechoslowakei
1972: Deutschland
1968: Italien
1964: Spanien
1960: UdSSR

 

Ewige Bilanz

Deutschland: 3 Titel
(1972, 1980, 1996)
Spanien: 3 (1964, 2008, 2012)
Frankreich: 2 (1984, 2000)
Griechenland: 1 (2004)
Dänemark: 1 (1992)
Niederlande: 1 (1988)
Tschechoslowakei 1 (1976)
Italien: 1 (1968)
UdSSR: 1 (1960)

 

Torschützenkönige

2012 - 3 Tore:
Fernando Torres (ESP)
2008 - 4 Tore:
David Villa (ESP)
2004 - 5 Tore:
Milan Baros (CZE)
2000 - 5 Tore:
Patrick Kluivert (NED)
Savo Milosevic (JUG)
1996 - 5 Tore:
Alan Shearer (ENG)
1992 - 3 Tore:
Vier Spieler
1988 - 5 Tore:
Marco van Basten (NED)
1984 - 9 Tore:
Michel Platini (FRA)
1980 - 3 Tore:
Klaus Allofs (GER)
1976 - 4 Tore:
Dieter Müller (GER)
1972 - 4 Tore:
Gerd Müller (GER)
1968 - 2 Tore:
Dragan Dzajic (YUG)
1964 - 2 Tore:
Jesus Pereda (ESP)
Dezsö Novak (HUN)
1960 - 2 Tore:
Fünf Spieler

 

Rekordspieler

16 Spiele:
Edwin van der Sar (NED)
Lilian Thuram (FRA)
14 Spiele:
Nuno Gomes (POR)
Zinedine Zidane (FRA)
Luis Figo (POR)
Karel Poborsky (CZE)
13 Spiele:
Alessandro Del Piero (ITA)
Peter Schmeichel (DEN)
Thomas Häßler (GER)
Jürgen Klinsmann (GER)
Laurent Blanc (FRA)
Didier Deschamps (FRA)
Paolo Maldini (ITA)
Dennis Bergkamp (NED)
Phillip Cocu (NED)

 

Rekordtorjäger

9 Tore:
Michel Platini (FRA)
7 Tore:
Alan Shearer (ENG)
6 Tore:
Ruud van Nistelrooy (NED)
Patrick Kluivert (NED)
Thierry Henry (FRA)
Nuno Gomes (POR)
5 Tore:
Savo Milosevic (YUG)
Milan Baros (CZE)
Marco van Basten (NED)
Jürgen Klinsmann (GER)
Zinedine Zidane (FRA)
4 Tore:
Elf Spieler

 

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