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Zuletzt aktualisiert: 14.06.2012 um 11:42 UhrKommentare

"Super Mario" Gomez brachte seine Kritiker zum Schweigen

Tore - die derzeit einzige harte Währung in Europa. Mario Gomez besitzt sie momentan im Übermaß, am Mittwoch schoss Deutschlands Stürmer den Erzrivalen Niederlande im Alleingang k.o. und stockte sein Trefferkonto bei der Fußball-EM in Polen und der Ukraine bereits auf drei auf.

Jubel bei Gomez und Co.

Foto © ReutersJubel bei Gomez und Co.

"Super-Mario hat es seinen Kritikern gezeigt", tönt es aus den Schalmeien der Medien, Deutschland liegt dem in der Vergangenheit immer wieder in die Mangel genommenen "spanischen Schwaben" zu Füßen. "Es war Druck ohne Ende", sagte der Stürmer des FC Bayern nach getaner Arbeit gegen Oranje. Vor der Partie war der 26-Jährige getadelt worden, das Tor zum 1:0-Auftakterfolg über Portugal vermochte daran nichts zu ändern. Als Sprachrohr der Kritikerfraktion war mit Mehmet Scholl ausgerechnet ein im Sold der Münchner stehender TV-Experte aufgetreten. Die Quintessenz: Gomez sei sich zu schade für engagierte Arbeit auch in der Defensive.

Tadellos sitzende Frisur

Gomez, der bei der EM überraschend Miroslav Klose als Solospitze vorgezogen wird, verstand die Welt nicht mehr. "Ich war in den vergangenen fünf, sechs Jahren der erfolgreichste deutsche Stürmer, habe die vergangenen beiden Jahre in der modernen Champions League nach Lionel Messi die meisten Tore geschossen. Deshalb sehe ich keinen Grund, meinen Stil zu ändern", sagte er zu Wochenbeginn. Und das Nervenkostüm hielt - genauso gut wie die stets tadellos sitzende Frisur.

Mit teilweise farblosen Vorstellungen im Nationalteam hatte er seinen Kritikern in der Vergangenheit immer bereitwillig den Köder ausgelegt. Denn in der DFB-Auswahl konnte der zweifache Champions-League-Finalist bei Großereignissen bisher nicht überzeugen, blieb sowohl bei der EM 2008 als auch der WM 2010 farb-und torlos. Teamchef Joachim Löw Mario schenkte ihm dennoch das Vertrauen: "Mario hat ab und zu auch bei der Nationalmannschaft mal am Boden gelegen. Bei der EM 2008 hat er eine Chance versemmelt und hatte Selbstbewusstsein verloren. Aber er hat sich immer wieder herangekämpft."

Im Gegensatz zu Löw ist dem fashionablen 1,89-m-Mann, der sich immer wieder als Model betätigt, die schwäbische Herkunft nicht anzuhören. Aus Kalkül. Mit 16 verließ er das 2.500-Einwohner-Dorf Unlingen Richtung VfB Stuttgart, zurück bleibt neben den Eltern und der drei Jahre älteren Schwester Jasmin auch die heimatliche Zunge. "Ich bin Schwabe durch und durch. Aber ich wollte nicht, dass die denken, 'was will denn das Landei hier?'"

Der Schwabe Gomez ist freilich nur die halbe Wahrheit. Denn Vater Jose Garcia ist Spanier, in den 60er Jahren mit einigen anderen Andalusiern eingewandert, heimisch geworden in Baden-Württemberg und verheiratet mit Marios Mutter Christa. "Ein 'Spanier' rettet Deutschland", titelte die spanische Sportzeitung "Marca" in ihrem Online-Beitrag nach dem Portugal-Sieg augenzwinkernd.

Duell mit Spanien?

Seine spanischen Wurzeln kann und will Gomez nicht verleugnen. Für die "Selecion" zu spielen, kam ihm dennoch nie in den Sinn. Ab der U15 durchlief er sämtliche DFB-Nachwuchsauswahlen. Damals allerdings verströmte Spaniens heute so schicke Nationalelf noch nicht den Duft des großen Erfolges. "Wenn du als Stürmer Tore schießen willst, musst du für Spanien spielen. Wenn du Titel willst, für Deutschland", sagte er mit 18. Gomez mag heute klüger sein, der EM-Titel ist aber auch mit Deutschland in Griffweite. Und auf dem Weg dorthin winkt wieder ein Duell mit Spanien.


Gruppe B

1. Deutschland35:29
2. Portugal35:46
3. Dänemark34:53
4. Niederlande32:50

Spielplan

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Am 8. Juni startet die Fußball-EM 2012 – in Polen, in der Ukraine und auch in Graz. Die Kleine Zeitung lädt nämlich wieder zum Public Viewing in den Pfauengarten.

Infos

Alle Informationen und Reservierungen per Mail unter fussball@kleinezeitung.at

Alle Europameister

2012: Spanien
2008: Spanien
2004: Griechenland
2000: Frankreich
1996: Deutschland
1992: Dänemark
1988: Niederlande
1984: Frankreich
1980: Deutschland
1976: Tschechoslowakei
1972: Deutschland
1968: Italien
1964: Spanien
1960: UdSSR

 

Ewige Bilanz

Deutschland: 3 Titel
(1972, 1980, 1996)
Spanien: 3 (1964, 2008, 2012)
Frankreich: 2 (1984, 2000)
Griechenland: 1 (2004)
Dänemark: 1 (1992)
Niederlande: 1 (1988)
Tschechoslowakei 1 (1976)
Italien: 1 (1968)
UdSSR: 1 (1960)

 

Torschützenkönige

2012 - 3 Tore:
Fernando Torres (ESP)
2008 - 4 Tore:
David Villa (ESP)
2004 - 5 Tore:
Milan Baros (CZE)
2000 - 5 Tore:
Patrick Kluivert (NED)
Savo Milosevic (JUG)
1996 - 5 Tore:
Alan Shearer (ENG)
1992 - 3 Tore:
Vier Spieler
1988 - 5 Tore:
Marco van Basten (NED)
1984 - 9 Tore:
Michel Platini (FRA)
1980 - 3 Tore:
Klaus Allofs (GER)
1976 - 4 Tore:
Dieter Müller (GER)
1972 - 4 Tore:
Gerd Müller (GER)
1968 - 2 Tore:
Dragan Dzajic (YUG)
1964 - 2 Tore:
Jesus Pereda (ESP)
Dezsö Novak (HUN)
1960 - 2 Tore:
Fünf Spieler

 

Rekordspieler

16 Spiele:
Edwin van der Sar (NED)
Lilian Thuram (FRA)
14 Spiele:
Nuno Gomes (POR)
Zinedine Zidane (FRA)
Luis Figo (POR)
Karel Poborsky (CZE)
13 Spiele:
Alessandro Del Piero (ITA)
Peter Schmeichel (DEN)
Thomas Häßler (GER)
Jürgen Klinsmann (GER)
Laurent Blanc (FRA)
Didier Deschamps (FRA)
Paolo Maldini (ITA)
Dennis Bergkamp (NED)
Phillip Cocu (NED)

 

Rekordtorjäger

9 Tore:
Michel Platini (FRA)
7 Tore:
Alan Shearer (ENG)
6 Tore:
Ruud van Nistelrooy (NED)
Patrick Kluivert (NED)
Thierry Henry (FRA)
Nuno Gomes (POR)
5 Tore:
Savo Milosevic (YUG)
Milan Baros (CZE)
Marco van Basten (NED)
Jürgen Klinsmann (GER)
Zinedine Zidane (FRA)
4 Tore:
Elf Spieler

 

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