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Zuletzt aktualisiert: 10.05.2012 um 17:47 UhrKommentare

Portugal: Im Schatten Ronaldos

Mit neuer Mentalität geht Portugals Nationalteam in die EM-Endrunde in Polen und der Ukraine. Einmal mehr steht ein Mann im Mittelpunkt: Cristiano Ronaldo.

Bisher gab's für Cristiano Ronaldo im Nationalteamtrikot noch nicht viel zu gewinnen

Foto © ReutersBisher gab's für Cristiano Ronaldo im Nationalteamtrikot noch nicht viel zu gewinnen

Cristiano hier, Ronaldo dort. Schon bei den vergangenen Endrunden hat Cristiano Ronaldo das portugiesische Fußball-Team in den Hintergrund gedrängt. Der Superstar von Real Madrid bestreitet in Polen und der Ukraine sein fünftes großes Turnier, gewonnen hat er mit seinem Heimatland aber noch nichts. Bei der Heim-EM 2004 scheiterten die Portugiesen im Finale an Griechenland, bei der WM 2006 im Halbfinale an Frankreich.

Seither hat Ronaldo im Nationalteam nicht nur positive Schlagzeilen gemacht. Die EURO 2008 überschattete sein möglicher Wechsel von Manchester United zu Real, der ein Jahr später Wirklichkeit wurde. Zwei Jahre später machte der Kapitän den damaligen Teamchef Carlos Queiroz für das Aus im WM-Achtelfinale gegen den späteren Weltmeister Spanien (0:1) verantwortlich. Die Diva selbst erzielte im Turnierverlauf nur einen einzigen Treffer - beim 7:0 gegen Nordkorea.

Seinen Widersacher ist Ronaldo mittlerweile los. Queiroz ist über eine Doping-Affäre gestolpert. Der Nationaltrainer hatte im Teamcamp vor der WM 2010 Dopingproben behindert, wurde sechs Monate gesperrt und vom Verband durch Paulo Bento ersetzt. Bento kommt wie Ronaldo aus der Kaderschmiede von Sporting Lissabon. Der Hauptstadtklub war vor seinem Teamchef-Engagement auch die einzige Trainerstation des früheren defensiven Mittelfeldspielers.

Neuer Trainer, neue Mentalität

"Der neue Trainer hat eine neue Mentalität gebracht", sagte Ronaldo. Die Qualifikation wurde aber auch unter Bento zur Zitterpartie. Die Portugiesen mussten ins Play-off gegen Bosnien (0:0, 6:2). Selbst den zweiten Gruppenplatz hinter Dänemark behaupteten die "Lusos" nur dank der besseren Tordifferenz gegenüber Norwegen. Und bei der Endrunde wartet nun die schwere Gruppe B. "Deutschland und die Niederlande sind die Favoriten", meinte Bento. Dazu erhält sein Team die Chance zur Revanche an Dänemark.

In der FIFA-Weltrangliste sind die Portugiesen mittlerweile bis auf Platz fünf vorgestoßen. Prunkstück sind neben der Real-Defensive mit Pepe und Fabio Coentrao die Flügel mit Ronaldo und Nani. Letzterer ist wie der große Superstar bei Sporting großgeworden und nun dessen Nachfolger in Manchester. Bei der WM hatte Nani wegen einer bei einem Fallrückzieher erlittenen Schulterverletzung gefehlt - und damit auch Ronaldos wichtigste Entlastung. In der Quali erzielten die beiden Techniker zusammen zwölf Tore.

Mit Real blickt Ronaldo auf eine Rekordsaison zurück. Um zu den ganz Großen der Fußball-Geschichte zu zählen, würde der Ausnahmespieler von der Insel Madeira aber auch einen Titel mit dem Nationalteam benötigen. Der war auch seinen großen Vorgängern als Portugals Topstars, Eusebio und Luis Figo, verwehrt geblieben. Sollte es in den nächsten Jahren nicht funktionieren, muss irgendwann Startrainer Jose Mourinho her - darüber ist sich die portugiesische Öffentlichkeit einig.

Quelle: APA

Gruppe B

Grafik © APA

Grafik vergrößernDie vier Teams im KurzporträtGrafik © APA

Portugal im Steckbrief

Größe: 92.345 km2
Einwohner: 10,643 Mio.
Bruttonationaleinkommen (US-Dollar pro Kopf): 21.880
Verband: Federacao Portuguesa de Futebol (FPF), gegründet 1914
Dressen: Rot-Grün
FIFA-Weltrangliste (Stand April 2012): 5.

EM-Teilnahmen: 6 (1984, 1996, 2000, 2004, 2008, 2012)
WM-Teilnahmen: 5 (1966, 1986, 2002, 2006, 2010)
Weg zur EM: Platz zwei in Quali-Gruppe H hinter Dänemark, Sieg im Play-off gegen Bosnien

Größte Erfolge:
* WM-Dritter 1966
* WM-Vierter 2006
* Vizeeuropameister 2004

Teamchef:
Paulo Bento (seit 2010)
Bekannteste Spieler:
Cristiano Ronaldo, Pepe, Fabio Coentrao (alle Real Madrid), Nani (Manchester United), Raul Meireles (Chelsea)

Gruppe B

1. Deutschland35:29
2. Portugal35:46
3. Dänemark34:53
4. Niederlande32:50

Spielplan

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Infos

Alle Informationen und Reservierungen per Mail unter fussball@kleinezeitung.at

Alle Europameister

2012: Spanien
2008: Spanien
2004: Griechenland
2000: Frankreich
1996: Deutschland
1992: Dänemark
1988: Niederlande
1984: Frankreich
1980: Deutschland
1976: Tschechoslowakei
1972: Deutschland
1968: Italien
1964: Spanien
1960: UdSSR

 

Ewige Bilanz

Deutschland: 3 Titel
(1972, 1980, 1996)
Spanien: 3 (1964, 2008, 2012)
Frankreich: 2 (1984, 2000)
Griechenland: 1 (2004)
Dänemark: 1 (1992)
Niederlande: 1 (1988)
Tschechoslowakei 1 (1976)
Italien: 1 (1968)
UdSSR: 1 (1960)

 

Torschützenkönige

2012 - 3 Tore:
Fernando Torres (ESP)
2008 - 4 Tore:
David Villa (ESP)
2004 - 5 Tore:
Milan Baros (CZE)
2000 - 5 Tore:
Patrick Kluivert (NED)
Savo Milosevic (JUG)
1996 - 5 Tore:
Alan Shearer (ENG)
1992 - 3 Tore:
Vier Spieler
1988 - 5 Tore:
Marco van Basten (NED)
1984 - 9 Tore:
Michel Platini (FRA)
1980 - 3 Tore:
Klaus Allofs (GER)
1976 - 4 Tore:
Dieter Müller (GER)
1972 - 4 Tore:
Gerd Müller (GER)
1968 - 2 Tore:
Dragan Dzajic (YUG)
1964 - 2 Tore:
Jesus Pereda (ESP)
Dezsö Novak (HUN)
1960 - 2 Tore:
Fünf Spieler

 

Rekordspieler

16 Spiele:
Edwin van der Sar (NED)
Lilian Thuram (FRA)
14 Spiele:
Nuno Gomes (POR)
Zinedine Zidane (FRA)
Luis Figo (POR)
Karel Poborsky (CZE)
13 Spiele:
Alessandro Del Piero (ITA)
Peter Schmeichel (DEN)
Thomas Häßler (GER)
Jürgen Klinsmann (GER)
Laurent Blanc (FRA)
Didier Deschamps (FRA)
Paolo Maldini (ITA)
Dennis Bergkamp (NED)
Phillip Cocu (NED)

 

Rekordtorjäger

9 Tore:
Michel Platini (FRA)
7 Tore:
Alan Shearer (ENG)
6 Tore:
Ruud van Nistelrooy (NED)
Patrick Kluivert (NED)
Thierry Henry (FRA)
Nuno Gomes (POR)
5 Tore:
Savo Milosevic (YUG)
Milan Baros (CZE)
Marco van Basten (NED)
Jürgen Klinsmann (GER)
Zinedine Zidane (FRA)
4 Tore:
Elf Spieler

 

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