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Zuletzt aktualisiert: 16.06.2012 um 23:28 UhrKommentare

Griechenland triumphiert über "Sbornaja"

Griechenland sorgte am Samstag für die Riesensensation: Die Hellenen warfen die russische "Sbornaja" aus dem Turnier. Den entscheidenden Treffer erzielte in seinem 120. Länderspiel Kapitän Karagounis.

Foto © APA

Ex-Europameister Griechenland hat sich mit einem überraschenden Sieg gegen das zuvor ungeschlagene Russland für das Viertelfinale der Fußball-EM qualifiziert. Die Griechen besiegten den Halbfinalisten von 2008 am Samstag in Warschau 1:0 (1:0) und stiegen dank ihres ersten Vorrundenerfolges als Zweiter der Gruppe A hinter Tschechien (1:0 gegen Polen) auf. Der vormalige Tabellenführer Russland schied hingegen aus.

Der wegen seiner zweiten, umstrittenen Gelben Karte im Viertelfinale gesperrte Karagounis (45.+2) sorgte in seinem 120. Länderspiel für die gelungene Revanche für das 0:1 verlorene EM-Entscheidungsspiel vor vier Jahren in Salzburg. Die Griechen treffen im Viertelfinale am Freitag in Danzig auf den noch zu ermittelnden Gewinner der Gruppe B.

Vier Rochaden bei den Hellenen

Russlands Teamchef Advocaat vertraute vor 55.600 Zuschauern im Warschauer Nationalstadion bis auf eine Ausnahme im Mittelfeld - Gluschakow ersetzte den erkrankten Sirjanow - auf dieselbe Anfangsformation wie beim überzeugenden 4:1 gegen Tschechien und dem 1:1 gegen Polen. Bei den auf einen Sieg angewiesenen Griechen gab es vier Rochaden, im Tor etwa sprang Sifakis für den verletzten Chalkias ein, im Sturm begann dieses Mal Gekas.

Kapitän Karagounis, der nun gleichauf mit Zagorakis griechischer Rekordspieler ist, bereitete mit einem Eckball, den Katsouranis gefährlich verlängerte, in der 6. Minute den ersten Aufreger der Partie vor. Wenig später musste die russische Hintermannschaft auch noch einen Torosidis-Schuss blocken. Auf der Gegenseite war es Arschawin, der Sifakis einer ersten Prüfung unterzog. Kerschakow (13.) mit einem knapp am Kreuzeck vorbeistreichenden Schuss und Schirkow (17.) nach einem seiner berüchtigten Sturmläufe verzeichneten die nächsten guten Möglichkeiten in der flotten Anfangsphase.

Allmählich mehrten sich Unsicherheiten der Griechen, wodurch die "Sbornaja" weitere gute Schussmöglichkeiten (Dsagojew, Arschawin) vorfand, diese aber nicht nutzte. Die nun tonangebenden Russen versuchten es mit ruhigerem Spielaufbau, der Gegner verlegte sich indes nach gut 20 Minuten zunehmend aufs Reagieren, dadurch verlor das Spiel kontinuierlich an Attraktivität. Erst fünf Minuten vor der Pause näherten sich Gluschakow und Schirkow dem griechischen Tor mit Distanzschüssen wieder gefährlich an. In der Nachspielzeit der ersten Spielhälfte nützte dann aber der 35-jährige Karagounis einen Fehler vor Ignaschewitsch eiskalt aus und schob den Ball aus halbrechter Position zum schmeichelhaften Pausenstand ins Tor.

Advocaat reagierte in der Pause und brachte im Angriff Pawljutschenko für Kerschakow. Dieser Wechsel zeigte allerdings keine nachhaltige Wirkung, die Verunsicherung der Russen war augenscheinlich. Erst nach zwölf Minuten weckte Defensivmann Denissow die Seinigen mit einem guten Weitschuss etwas auf, diese Chance blieb für längerer Zeit aber das einzige Lebenszeichen der favorisierten Russen.

Überraschungserfolg

Nach einer Stunde sah Karagounis bei einem der seltenen Konterstöße der Griechen statt eines wohl berechtigten Elfmeters nach einer angeblichen Schwalbe Gelb. Wenig später wurde der Mann des Abends für einen Abwehrspieler ausgewechselt. Während es für die Russen weiter kein Durchkommen durch den hellenischen Abwehrriegel gab, scheiterte Tzavellas (70.) auf der anderen Seite mit einem Freistoß nur an der Latte. Am knappsten am Ausgleich dran war noch der bisher dreifache Torschütze Dsagojew, dessen Kopfball in der 84. Minute nur knapp an der Stange vorbeiging.

Der Überraschungserfolg brachte Griechenland den ersten Sieg gegen Russland seit 17. November 1993. Die Russen musste hingegen erstmals seit 16 Spielen wieder als Verlierer vom Feld.


Feuerwerk und Autokorsos in Athen

Auch in der Heimat ist der griechische Einzug in das Viertelfinale der Fußball-EM am Samstagabend kräftig gefeiert worden. Nur Sekunden nach dem unerwarteten 1:0-Sieg der Griechen über Russland in Warschau wurden Feuerwerkskörper in den Himmel über Athen geschossen. In allen Stadtteilen waren Leuchtkugeln zu sehen. In den Arbeitervierteln Patissia und Kypseli bildeten sich schon Minuten nach dem Sieg der Griechen Autokorsos.

"Endlich mal eine gute Nachricht, auch wenn sie nur den Fußball betrifft", sagte ein 25-jähriger Arbeitsloser im griechischen Fernsehen. Griechenland steht seit zwei Jahren vor dem Bankrott. Das Land wird am Sonntag ein neues Parlament wählen. "Heute Nacht vergessen wir unsere tragische Lage", sagte ein 72-jähriger Rentner.

Gruppe A, 3. Runde

Griechenland - Russland Endstand 1:0 (1:0)
Warschau, Nationalstadion, 55.614 Zuschauer, SR Jonas Eriksson (SWE)

Tor:
1:0 (45.+2) Karagounis

Griechenland:
Sifakis - Torosidis, Sokratis, K. Papadopoulos,Tzavellas - Maniatis, Katsouranis - Salpingidis (83. Ninis), Karagounis (67. Makos), Samaras - Gekas (64. Holebas)

Russland:
Malafejew - Anjukow (81. Ismailow), Beresuzki, Ignaschewitsch, Schirkow - Schirokow, Denissow, Gluschakow (72. Pogrebnjak)- Dsagojew, Kerschakow (46. Pawljutschenko), Arschawin

Gelbe Karten:
Karagounis (im nächsten Spiel gesperrt), Holebas bzw. Anjukow, Schirkow, Dsagojew, Pogrebnjak

Gruppe A

1. Tschechien34:56
2. Griechenland33:34
3. Russland35:34
4. Polen32:32

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Alle Europameister

2012: Spanien
2008: Spanien
2004: Griechenland
2000: Frankreich
1996: Deutschland
1992: Dänemark
1988: Niederlande
1984: Frankreich
1980: Deutschland
1976: Tschechoslowakei
1972: Deutschland
1968: Italien
1964: Spanien
1960: UdSSR

 

Ewige Bilanz

Deutschland: 3 Titel
(1972, 1980, 1996)
Spanien: 3 (1964, 2008, 2012)
Frankreich: 2 (1984, 2000)
Griechenland: 1 (2004)
Dänemark: 1 (1992)
Niederlande: 1 (1988)
Tschechoslowakei 1 (1976)
Italien: 1 (1968)
UdSSR: 1 (1960)

 

Torschützenkönige

2012 - 3 Tore:
Fernando Torres (ESP)
2008 - 4 Tore:
David Villa (ESP)
2004 - 5 Tore:
Milan Baros (CZE)
2000 - 5 Tore:
Patrick Kluivert (NED)
Savo Milosevic (JUG)
1996 - 5 Tore:
Alan Shearer (ENG)
1992 - 3 Tore:
Vier Spieler
1988 - 5 Tore:
Marco van Basten (NED)
1984 - 9 Tore:
Michel Platini (FRA)
1980 - 3 Tore:
Klaus Allofs (GER)
1976 - 4 Tore:
Dieter Müller (GER)
1972 - 4 Tore:
Gerd Müller (GER)
1968 - 2 Tore:
Dragan Dzajic (YUG)
1964 - 2 Tore:
Jesus Pereda (ESP)
Dezsö Novak (HUN)
1960 - 2 Tore:
Fünf Spieler

 

Rekordspieler

16 Spiele:
Edwin van der Sar (NED)
Lilian Thuram (FRA)
14 Spiele:
Nuno Gomes (POR)
Zinedine Zidane (FRA)
Luis Figo (POR)
Karel Poborsky (CZE)
13 Spiele:
Alessandro Del Piero (ITA)
Peter Schmeichel (DEN)
Thomas Häßler (GER)
Jürgen Klinsmann (GER)
Laurent Blanc (FRA)
Didier Deschamps (FRA)
Paolo Maldini (ITA)
Dennis Bergkamp (NED)
Phillip Cocu (NED)

 

Rekordtorjäger

9 Tore:
Michel Platini (FRA)
7 Tore:
Alan Shearer (ENG)
6 Tore:
Ruud van Nistelrooy (NED)
Patrick Kluivert (NED)
Thierry Henry (FRA)
Nuno Gomes (POR)
5 Tore:
Savo Milosevic (YUG)
Milan Baros (CZE)
Marco van Basten (NED)
Jürgen Klinsmann (GER)
Zinedine Zidane (FRA)
4 Tore:
Elf Spieler

 

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