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Baros erklärte Rücktritt aus Tschechiens Nationalteam Gewalt in Warschau trübt EM Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Gruppe A Nächster Artikel Baros erklärte Rücktritt aus Tschechiens Nationalteam Gewalt in Warschau trübt EM
Zuletzt aktualisiert: 12.06.2012 um 20:15 UhrKommentare

Tschechien wahrt Aufstiegschance

Tschechien darf weiter auf einen Aufstieg hoffen, Griechenland wohl nicht mehr. Die Hellenen verloren mit 1:2 - auch, weil Tschechien einen Blitzstart erwischte. Nach sechs Minuten lagen Rosicky & Co. bereits mit 2:0 vorne, Gekas' Tor war nur noch Kosmetik.

Petr Jiracek & David Limbersky

Foto © APAPetr Jiracek & David Limbersky

Tschechien hat seine Chance auf den Einzug ins Viertelfinale der Fußball-EM in Polen und der Ukraine am Dienstag gewahrt. Die Tscheche besiegten Griechenland in Breslau (Wroclaw) dank eines frühen Doppelschlages von Petr Jiracek (3.) und Vaclav Pilar (6.) mit 2:1 (2:0). Dem eingewechselten Theofanis Gekas gelang nach schwerem Fehler von Tschechiens Startorhüter Petr Cech nur noch der Anschlusstreffer (53.).

Fotoserie: EM 2012: Krawalle vor Spiel Polen gegen Russland

Die Tschechen, die in der zweiten Hälfte deutlich zurückfielen, haben ihr Schicksal zum Abschluss der Gruppe A am Samstag gegen Gastgeber Polen damit selbst in der Hand. Die Griechen dagegen, 2004 noch sensationell Europameister, stehen wie vor vier Jahren in Österreich und der Schweiz vor einem Aus in der Gruppenphase. Zum Aufstieg benötigen sie Schützenhilfe - entweder von Polen oder Russland, die in Warschau das Abendspiel bestritten.

Tor nach 2:13 Minuten

Tschechiens Teamchef Michal Bilek änderte seine Startelf gegenüber dem Auftaktdebakel gegen Russland (1:4) an zwei Positionen. Tomas Hübschmann und Linksverteidiger David Limbersky kamen ins Team, Michal Kadlec rückte ins Abwehrzentrum. Wolfsburg-Legionär Jiracek durfte offensiver spielen - und tat das auch mit Erfolg. Der 26-Jährige erzielte nach 2:13 Minuten und Traumpass von Hübschmann das drittschnellste Tor der EM-Geschichte.

Doch damit nicht genug: Pilar, der schon gegen die Russen den Ehrentreffer besorgt hatte, legte nur drei Minuten später nach. Der Flügelspieler verwertete einen Querpass von Theodor Gebre Selassie mit dem Knie. Die neue Innenverteidigung der Griechen - der gelernte Mittelfeldspieler Kostas Katsouranis und Youngster Kyriakos Papadopoulos statt Sokratis Papastathopoulos und Avraam Papadopoulos (gesperrt bzw. verletzt) - machte keine gute Figur.

Fotoserie: EM 2012: Griechenland vs. Tschechien

Mit der schnellsten 2:0-Führung der EM-Geschichte im Rücken spielten die Tschechen vor 38.000 Zuschauern, der Großteil davon ob der Nähe zur Heimat in ihrem Lager, eine starke erste Hälfte. Pilar (20.) und Kapitän Tomas Rosicky (29.) kamen weiteren Toren mit Schüssen nahe. Dazu musste der entnervte Griechenland-Torhüter Konstantinos Chalkias mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz (23.).

Die Griechen schöpften durch ein Abseitstor neue Hoffnung: Georgios Fotakis köpfelte nach Torosidis-Flanke ein, der Treffer zählte aber wegen minimaler Abseitsstellung nicht (41.). Nach Seitenwechsel ließen sich die Tschechen ohne den ausgewechselten Rosicky deutlich weiter zurückfallen - und wurden bestraft.

Cech patzte

Nach einem kapitalen Fehler von Cech, dem ein Missverständnis mit Verteidiger Tomas Sivok vorausgegangen war, staubte der erst zur Pause ins Spiel gekommene Gekas zum 1:2 ab. Tschechiens Startorhüter, im Elfmeterschießen des Champions-League-Finales mit Chelsea gegen Bayern München noch der große Held, hatte eine eigentlich harmlose Hereingabe von Georgios Samaras nicht festhalten können.

Wie schon zum Auftakt gegen Polen (1:1) präsentierten sich die Griechen in der zweiten Hälfte deutlich aktiver, der Ausgleich blieb ihnen diesmal allerdings verwehrt. Griechenland hatte sogar mehr Ballbesitz, klare Torchancen blieben aber trotz Feldüberlegenheit aus. Die Tschechen revanchierten sich damit auch für eine 0:1-Niederlage nach Verlängerung im EM-Halbfinale 2004. Seit 1982 hatten sie nicht mehr gegen die Griechen gewonnen.


Gruppe A, 2. Runde

Griechenland - Tschechien 1:2 (0:2)
Breslau (Wroclaw), Stadion Miejski, 38.000 Zuschauer, SR Stephane Lannoy (FRA)

Torfolge: 0:1 (3.) Jiracek
0:2 (6.) Pilar
1:2 (53.) Gekas

Griechenland: Chalkias (23. Sifakis) - Torosidis, K. Papadopoulos, Katsouranis, Holebas - Fotakis (46. Gekas), Maniatis, Karagounis - Salpingidis, Samaras, Fortounis (71. Mitroglou)
Tschechien: Cech - Gebre Selassie, Sivok, M. Kadlec, Limbersky - Hübschmann, Plasil - Jiracek, Rosicky (46. Kolar/90. Rajtoral), Pilar - Baros (64. Pekhart)

Gelbe Karten: Torosidis, K. Papadopoulos, Salpingidis bzw. Rosicky, Jiracek, Kolar

Drittschnellstes Tor

Das Führungstor das Tschechen Petr Jiracek war das drittschnellste Tor der bisherigen Fußball-EM-Geschichte. Der 26-jährige Wolfsburg-Legionär traf im Spiel der Gruppe A nach exakt 133 Sekunden zum 1:0.

Schnellere EM-Tore erzielten nur der Russe Dmitri Kiritschenko, der bereits nach 67 Sekunden bei der EM 2004 in Portugal im letzten Gruppenspiel gegen die Griechen die Führung besorgt hatte, und Sergej Alejnikow, der 1988 im Halbfinale für die Sowjetunion nach 127 Sekunden gegen England die Weichen auf Sieg gestellt hatte.

Gruppe A

1. Tschechien34:56
2. Griechenland33:34
3. Russland35:34
4. Polen32:32

Spielplan

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Infos

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Alle Europameister

2012: Spanien
2008: Spanien
2004: Griechenland
2000: Frankreich
1996: Deutschland
1992: Dänemark
1988: Niederlande
1984: Frankreich
1980: Deutschland
1976: Tschechoslowakei
1972: Deutschland
1968: Italien
1964: Spanien
1960: UdSSR

 

Ewige Bilanz

Deutschland: 3 Titel
(1972, 1980, 1996)
Spanien: 3 (1964, 2008, 2012)
Frankreich: 2 (1984, 2000)
Griechenland: 1 (2004)
Dänemark: 1 (1992)
Niederlande: 1 (1988)
Tschechoslowakei 1 (1976)
Italien: 1 (1968)
UdSSR: 1 (1960)

 

Torschützenkönige

2012 - 3 Tore:
Fernando Torres (ESP)
2008 - 4 Tore:
David Villa (ESP)
2004 - 5 Tore:
Milan Baros (CZE)
2000 - 5 Tore:
Patrick Kluivert (NED)
Savo Milosevic (JUG)
1996 - 5 Tore:
Alan Shearer (ENG)
1992 - 3 Tore:
Vier Spieler
1988 - 5 Tore:
Marco van Basten (NED)
1984 - 9 Tore:
Michel Platini (FRA)
1980 - 3 Tore:
Klaus Allofs (GER)
1976 - 4 Tore:
Dieter Müller (GER)
1972 - 4 Tore:
Gerd Müller (GER)
1968 - 2 Tore:
Dragan Dzajic (YUG)
1964 - 2 Tore:
Jesus Pereda (ESP)
Dezsö Novak (HUN)
1960 - 2 Tore:
Fünf Spieler

 

Rekordspieler

16 Spiele:
Edwin van der Sar (NED)
Lilian Thuram (FRA)
14 Spiele:
Nuno Gomes (POR)
Zinedine Zidane (FRA)
Luis Figo (POR)
Karel Poborsky (CZE)
13 Spiele:
Alessandro Del Piero (ITA)
Peter Schmeichel (DEN)
Thomas Häßler (GER)
Jürgen Klinsmann (GER)
Laurent Blanc (FRA)
Didier Deschamps (FRA)
Paolo Maldini (ITA)
Dennis Bergkamp (NED)
Phillip Cocu (NED)

 

Rekordtorjäger

9 Tore:
Michel Platini (FRA)
7 Tore:
Alan Shearer (ENG)
6 Tore:
Ruud van Nistelrooy (NED)
Patrick Kluivert (NED)
Thierry Henry (FRA)
Nuno Gomes (POR)
5 Tore:
Savo Milosevic (YUG)
Milan Baros (CZE)
Marco van Basten (NED)
Jürgen Klinsmann (GER)
Zinedine Zidane (FRA)
4 Tore:
Elf Spieler

 

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