Weiterhin Euphorie um polnisches Nationalteam
Fans jubeln Lewandowski und Co. vor Hotel und bei Showtraining zu.

Foto © APRobert Lewandowski
Der holprige Start der polnischen Fußball-Nationalmannschaft in die EURO 2012 hat der Euphorie um die Auswahl des EM-Co-Gastgebers keinen Abbruch getan. Wo auch immer Robert Lewandowski und seine Kollegen auftauchen, schlägt ihnen eine Welle der Begeisterung entgegen - sei es bei einem öffentlichen Training oder nur bei der Abfahrt aus dem Hotel.
Einen Tag nach dem 1:1 gegen Griechenland warteten neben zahlreichen Journalisten auch rund 200 Fans vor dem Mannschaftsquartier, das sich mitten in Warschau befindet. Der ÖFB hatte bei seiner Heim-EM vor vier Jahren noch eine Unterkunft in der völligen Abgeschiedenheit von Stegersbach bevorzugt, Polens Teamchef Franciszek Smuda jedoch wählte die entgegengesetzte Variante. "Die Idee eines Quartiers weit draußen in den Wäldern war vor ein paar Jahren in Mode. Jetzt ist wichtig, die Atmosphäre des Großereignisses zu spüren", erklärte der Nationaltrainer.
Autogrammwünsche erfüllt
Die "Polska"-Anhänger freut die zumindest vermeintliche Greifbarkeit der Nationalmannschaft. Sie nahmen am Samstagnachmittag einen langen Aufenthalt vor dem hermetisch abgeriegelten "Hyatt" auf sich, nur um einen Blick darauf zu erhaschen, wie die von massigen Security-Beamten umringten Teamspieler aus dem Hotel spazierten und in den davor geparkten Bus stiegen.
Immerhin nahmen sich einige Kicker Zeit, Autogrammwünsche zu erfüllen, ehe es ins sechs Kilometer entfernte Stadion von Polonia Warschau ging, wo schon 7.500 Fans ihre Lieblinge erwarteten. Die Tickets für das Showtraining, das in Wahrheit nur als Regeneration nach dem Auftaktmatch diente, waren binnen kürzester Zeit vergriffen.
Andrzej Lucjanek zählte zu jenen, die bei der Kartenvergabe durch die Finger schauten. Um die Spieler doch noch aus nächster Nähe sehen zu können, machte er sich mit seiner Frau und den beiden kleinen Kindern auf den Weg zum Hotel. Schon tags zuvor hatte er an gleicher Stelle der Auswahl zugejubelt, unmittelbar bevor sie zum Griechenland-Match aufbrach. "Ich wollte mithelfen, den Spielern zu zeigen, wie groß die Unterstützung für sie ist."
Genützt hat dies offensichtlich nicht allzu viel. Nach dem Unentschieden zum Auftakt dürfen sich die Polen am Dienstag keine Niederlage erlauben - und das noch dazu gegen das ungeliebte Russland, das seine erste Partie mit 4:1 gegen Tschechien gewann.
"Aber wenn wir so spielen wie in der ersten Hälfte gegen die Griechen, dann werden wir den Russen zeigen, wer der Herr im Haus ist", sagte Lucjanek und ballte die Faust in die Richtung des nächstgelegenen Gebäudes, vor dem riesige Russland-Fahnen wehten. Im Nachbarhaus des polnischen Team-Quartiers residiert nämlich ausgerechnet die russische Botschaft.







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