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Baros erklärte Rücktritt aus Tschechiens Nationalteam Gewalt in Warschau trübt EM Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Gruppe A Nächster Artikel Baros erklärte Rücktritt aus Tschechiens Nationalteam Gewalt in Warschau trübt EM
Zuletzt aktualisiert: 08.06.2012 um 20:13 UhrKommentare

Gastgeber Polen verpatzt den Auftakt

Gastgeber Polen empfing zum Auftakt Griechenland. Lewandowski brachte die Hausherren mit 1:0 in Führung, Salpingidis erzielte den Ausgleich für die Hellenen.

Enttäuscht: Polens Torschütze Lewandowski

Foto © APAEnttäuscht: Polens Torschütze Lewandowski

Polen hat einem Auftakt nach Maß in die Heim-Europameisterschaft verpasst. Im Eröffnungsspiel der EURO 2012 musste sich der Co-Gastgeber gegen Griechenland am Freitagabend mit einem 1:1 (1:0) zufriedengeben. Polens Robert Lewandowski erzielte vor 58.000 Zuschauern im Warschauer Nationalstadion zwar den ersten Treffer dieser Endrunde, am Ende waren die Hausherren mit dem Punktgewinn aber noch gut bedient.

Nach einer ungerechtfertigten Gelb-Roten Karte für Verteidiger Sokratis (44.) nur zu Zehnt, glich Griechenland zunächst durch "Joker" Dimitrios Salpingidis (51.) aus und hatte vom Elfmeterpunkt noch die Chance auf den Siegestreffer. Routinier Georgios Karagounis scheiterte in der 71. Minute aber an Polens zweitem Torhüter Przemyslaw Tyton. Die Nummer 1 der Osteuropäer, Wojciech Szczesny, hatte zuvor wegen Torraubs die Rote Karte gesehen. Im zweiten Spiel der Gruppe A standen sich am Abend in Breslau noch Russland und Tschechien gegenüber.

58.000 Zuschauern bot sich eine EM-Eröffnung, die es in sich hatte. Dabei begann für Polen alles wie erwünscht. Im ersten Bewerbspiel seit über zwei Jahren Pause zeigten sich die Gastgeber mit Anpfiff des Turniers hellwach. Angefeuert von einer mehrheitlich weiß-roten Kulisse im ausverkauften Nationalstadion überraschte Polen den Gegner mit Tempofußball. Angetrieben von der Dortmunder Achse mit Lukasz Piszczek, Kapitän Jakub Blaszczykowski und Lewandowski bereiteten sie dem Europameister von 2004 vor allem über rechts große Probleme.

Lewandowski traf per Kopf

Rafal Murawski riss die Zuschauer mit einem von Griechenlands Torhüter Konstantinos Chalkias über die Latte gedrehten Schuss (4.) erstmals von den Sitzen, Lewandowski verpasste eine Hereingabe von Piszczek (14.) knapp. Drei Minuten später war der ersten Treffer dieser EM erzielt. Erneut tankte sich Polen über "Kuba" Blaszczykowski an der rechten Outlinie durch, seine Flanke drückte Lewandowski per Kopf über die Linie. Chalkias, mit 38 Jahren der älteste EM-Akteur, sah wie die gesamte griechische Hintermannschaft nicht unbedingt gut aus.

Mit der Führung im Rücken verlegte sich Polen aber zu sehr darauf, die Defensive zu stärken. Die mit drei Stürmern eingelaufenen Griechen kamen besser ins Spiel, mussten aber zunächst froh sein, dass Polens Damien Perquis nach einem Freistoß die große Chance auf das 2:0 ausließ (37.). Kurz vor dem Pausenpfiff haderten die Südeuropäer auch noch mit dem spanischen Schiedsrichter Carlos Velasco Carballo. Dieser schickte den bereits mit einer Gelben Karte versehenen Innenverteidiger Sokratis nach einem harmlosen Foul vom Platz.

Goldhändchen von Santos

Griechenlands portugiesischer Teamchef Fernando Santos bewies aber ein Goldhändchen. Für Ninis brachte er Salpingidis auf das Spielfeld, der seine Einwechslung fast umgehend rechtfertigte. Nach einer von Freund und Feind nicht gebändigten Torosidis-Flanke bugsierte der Stürmer den Ball zum Schrecken der polnischen Fans ins Gehäuse. Wieder einmal bewies Griechenland, in entscheidenden Situationen eiskalt zu agieren.

Mit einem Mann mehr kam bei den in den ersten 30 Minuten noch übermächtigen Polen Nervosität auf. Offensiv kam die Elf von Franciszek Smuda kaum noch ins Spiel, die Abwehr wirkte ebenfalls nicht sattelfest. Dies offenbarte sich in der 68. Minute, als Salpingidis die Abseitsfalle der Polen überlistete. Szczesny ließ den Fuß stehen, neben dem fälligen Foul-Elfmeter gab es noch Rot für den Arsenal-Goalie. Ausgerechnet der routinierte Karagounis, ein Überbleibsel der Überraschungself von 2004, scheitert mit einem schwach geschossenen Strafstoß aber an Tyton. Polen wachte erst im Finish wieder auf, ein finaler Sturmlauf der Hausherren blieb dennoch aus.

Im ersten Spiel setzte sich damit die schwarze Serie der Turnier-Ausrichter fort: Zuletzt hatte Belgien vor zwölf Jahren als Gastgeber ein EM-Auftaktspiel gewonnen.


Gruppe A, 1. Spiel

Polen - Griechenland 1:1 (1:0)
Warschau, Nationalstadion, 58.000 Zuschauer (ausverkauft), SR Carlos Velasco Carballo/ESP

Torfolge:
1:0 (17.) Lewandowski
1:1 (51.) Salpingidis

Polen: Szczesny - Piszczek, Wasilewski, Perquis, Boenisch -Polanski, Murawski - Blaszczykowski, Obraniak, Rybus (70. Tyton) -Lewandowski
Griechenland: Chalkias - Torosidis, Sokratis, A. Papadopoulos (37.K. Papadopoulos), Holebas - Maniatis, Katsouranis, Karagounis - Ninis(46. Salpingidis), Gekas (68. Fortounis), Samaras

Rote Karte: Szczesny (68./Torraub)
Gelb-Rote Karte: Sokratis (44./wiederholtes Foulspiel)
Gelbe Karte: Keine bzw. Holebas, Karagounis

Die Besten: Lewandowski, Blaszczykowski bzw. Salpingidis, Torosidis

Anm.: Tyton hielt Foul-Elfmeter von Karagounis (71.)

Gruppe A

1. Tschechien34:56
2. Griechenland33:34
3. Russland35:34
4. Polen32:32

Spielplan

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Alle Europameister

2012: Spanien
2008: Spanien
2004: Griechenland
2000: Frankreich
1996: Deutschland
1992: Dänemark
1988: Niederlande
1984: Frankreich
1980: Deutschland
1976: Tschechoslowakei
1972: Deutschland
1968: Italien
1964: Spanien
1960: UdSSR

 

Ewige Bilanz

Deutschland: 3 Titel
(1972, 1980, 1996)
Spanien: 3 (1964, 2008, 2012)
Frankreich: 2 (1984, 2000)
Griechenland: 1 (2004)
Dänemark: 1 (1992)
Niederlande: 1 (1988)
Tschechoslowakei 1 (1976)
Italien: 1 (1968)
UdSSR: 1 (1960)

 

Torschützenkönige

2012 - 3 Tore:
Fernando Torres (ESP)
2008 - 4 Tore:
David Villa (ESP)
2004 - 5 Tore:
Milan Baros (CZE)
2000 - 5 Tore:
Patrick Kluivert (NED)
Savo Milosevic (JUG)
1996 - 5 Tore:
Alan Shearer (ENG)
1992 - 3 Tore:
Vier Spieler
1988 - 5 Tore:
Marco van Basten (NED)
1984 - 9 Tore:
Michel Platini (FRA)
1980 - 3 Tore:
Klaus Allofs (GER)
1976 - 4 Tore:
Dieter Müller (GER)
1972 - 4 Tore:
Gerd Müller (GER)
1968 - 2 Tore:
Dragan Dzajic (YUG)
1964 - 2 Tore:
Jesus Pereda (ESP)
Dezsö Novak (HUN)
1960 - 2 Tore:
Fünf Spieler

 

Rekordspieler

16 Spiele:
Edwin van der Sar (NED)
Lilian Thuram (FRA)
14 Spiele:
Nuno Gomes (POR)
Zinedine Zidane (FRA)
Luis Figo (POR)
Karel Poborsky (CZE)
13 Spiele:
Alessandro Del Piero (ITA)
Peter Schmeichel (DEN)
Thomas Häßler (GER)
Jürgen Klinsmann (GER)
Laurent Blanc (FRA)
Didier Deschamps (FRA)
Paolo Maldini (ITA)
Dennis Bergkamp (NED)
Phillip Cocu (NED)

 

Rekordtorjäger

9 Tore:
Michel Platini (FRA)
7 Tore:
Alan Shearer (ENG)
6 Tore:
Ruud van Nistelrooy (NED)
Patrick Kluivert (NED)
Thierry Henry (FRA)
Nuno Gomes (POR)
5 Tore:
Savo Milosevic (YUG)
Milan Baros (CZE)
Marco van Basten (NED)
Jürgen Klinsmann (GER)
Zinedine Zidane (FRA)
4 Tore:
Elf Spieler

 

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