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Zuletzt aktualisiert: 27.06.2012 um 20:21 UhrKommentare

13 EM-Turniere im Rückspiegel

Am Sonntag wird in Kiew zum 14. Mal ein EM-Titel vergeben. In den 13 Turnieren davor gab es Favoritensiege, Sensationen, Pleiten, Pech und Pannen.

Foto © APA

1960 in Frankreich: Noch als Europacup der Nationen ausgetragen, holte sich die UdSSR den Titel. Vier Nationen waren dabei, Österreich scheiterte im Viertelfinale an den Franzosen. Zum Finalhelden avancierte Torhüter-Legende Lew Jaschin, der die "Sbornaja" in Paris in die Verlängerung rettete. Dort köpfelte Victor Ponedjelnik das entscheidende 2:1.

1964 in Spanien: Der Modus war derselbe, Spanien holte sich als erster Gastgeber den Titel. Die favorisierten Spanier entthronten im Finale die UdSSR mit 2:1. Das Endspiel in Madrid bescherte mit 115.000 Zuschauern einen immer noch gültigen Rekordbesuch. Österreich schied bereits in seiner ersten Runde gegen Irland aus.

1968 in Italien: Erstmals wurde unter UEFA-Verantwortung und dem offiziellen Namen "Europameisterschaften" gespielt, Österreich blieb schon in der Gruppenphase auf der Strecke. Vier Nationen bestritten weiterhin das Finalturnier, bei dem sich mit Italien erneut der Gastgeber durchsetzte. Weil es noch kein Elfmeterschießen gab, musste im Halbfinale eine Zehn-Franc-Münze zwischen Italien und den UdSSR (0:0 n.V.) entscheiden. Italiens Kapitän Giacinto Facchetti wählte Kopf, im Finale musste dann nach einem 1:1 ein Wiederholungsspiel entscheiden. Das gewann Italien gegen Jugoslawien mit 2:0.

1972 in Belgien: Deutschland holte seinen ersten von bisher drei EM-Titeln. Das Turnier war die Geburtsstunde einer großen deutschen Generation, die 1974 auch Weltmeister wurde. Im Finale besiegten die Deutschen, erstmals bei einem Finalturnier, die Sowjetunion klar mit 3:0. Österreich scheiterte zuvor in der Gruppenphase an Italien.

1976 in Jugoslawien: Das Finale ist unvergessen. Nach einem 2:2 zwischen der Tschechoslowakei und Deutschland musste das erste und bisher einzige Mal in einem EM-Endspiel das Elfmeterschießen entscheiden. Uli Hoeneß jagte den Ball über das Tor, der spätere Rapid-Legionär Antonin Panenka schupfte den Ball lässig zur Entscheidung ins Tor. Österreich verspielte seine Quali-Chance durch ein 0:1 im abschließenden Gruppenspiel gegen Wales.

1980 in Italien: Erstmals nahmen acht Mannschaften an der Endrunde teil, dort avancierte Horst Hrubesch zum Finalhelden für Deutschland. Das Kopfball-Ungeheuer erzielte beim 2:1 gegen Belgien beide Tore, Deutschland holte als erstes Team seinen zweiten EM-Titel. Die Belgier hatten auf dem Weg zur EM davor auch den WM-Siebenten Österreich um ein Tor ausgebremst.

1984 in Frankreich: Das Heimturnier wurde zur Show des Michel Platini. Frankreichs genialer Regisseur führte sein Team mit insgesamt neun Toren, darunter Hattricks gegen Belgien und Jugoslawien sowie das Führungstor beim 2:0-Finalsieg gegen Spanien, zum Titel. Österreich war nicht dabei.

1988 in Deutschland: Marco van Basten entschied das Finale gegen die Sowjetunion mit dem Tor seines Lebens. Der Stürmerstar der Niederlande hob den Ball volley aus fast unmöglichem Winkel ins Tor - 2:0, Oranje hatte seinen bisher einzigen großen Titel. Österreich war in der Quali gegen Spanien und Rumänien chancenlos.

1992 in Schweden: Dänemark sorgte frisch aus dem Urlaub für die Sensation. Erst zehn Tage vor dem Turnier rückten die Dänen ins Teilnehmerfeld, weil Jugoslawien wegen des ausgebrochenen Bürgerkrieges ausgeschlossen worden war. Als Teamchef Richard Möller Nielsen beim ersten Training das Ziel EM-Titel ausgab, sollen alle gelacht haben. Das Lachen verging den Gegnern. Im Halbfinale entthronte "Danish Dynamite" im Elferschießen Titelverteidiger Niederlande, im Finale gegen Deutschland gab es ein 2:0.

1996 in England: Erstmals waren 16 Teams dabei, Österreich war nicht darunter. Der Gastgeber unterlag im Halbfinale im Elferschießen dem späteren Europameister Deutschland. Die Deutschen holten im Finale in der Verlängerung mit 2:1 gegen Tschechien ihren dritten EM-Titel - Rekord. Oliver Bierhoff erzielte das erste "Golden Goal" der Fußball-Geschichte.

2000 in den Niederlanden und Belgien: Erstmals wurde die Endrunde in zwei Ländern ausgetragen, keines davon schaffte es ins Finale. Die Italiener verspielten im Finale eine 1:0-Führung, David Trezeguet entschied es in der Verlängerung erneut mit einem "Golden Goal".

2004 in Portugal: Mit taktischer Disziplin gelang Griechenland ein Fußball-Wunder. Der 80:1-Außenseiter setzte keineswegs mit glanzvollem Spiel, sondern mit einer rigorosen Defensivtaktik zu einem Triumphzug an, der auch im Finale nicht endete - 1:0 gegen Portugal.

2008 in Österreich und der Schweiz: Das ÖFB-Team scheiterte in der Gruppenphase an Kroatien und Deutschland (jeweils 0:1). Lediglich gegen Polen gab es dank eines Elfmeters von Ivica Vastic in der Nachspielzeit einen Punkt (1:1). Spanien überzeugte mit seinem Kurzpassspiel und holte den ersten großen Titel. Das Finale in Wien gegen Deutschland entschied Fernando Torres in der 33. Minute mit seinem Tor zum 1:0.


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Infos

Alle Informationen und Reservierungen per Mail unter fussball@kleinezeitung.at

Alle Europameister

2012: Spanien
2008: Spanien
2004: Griechenland
2000: Frankreich
1996: Deutschland
1992: Dänemark
1988: Niederlande
1984: Frankreich
1980: Deutschland
1976: Tschechoslowakei
1972: Deutschland
1968: Italien
1964: Spanien
1960: UdSSR

 

Ewige Bilanz

Deutschland: 3 Titel
(1972, 1980, 1996)
Spanien: 3 (1964, 2008, 2012)
Frankreich: 2 (1984, 2000)
Griechenland: 1 (2004)
Dänemark: 1 (1992)
Niederlande: 1 (1988)
Tschechoslowakei 1 (1976)
Italien: 1 (1968)
UdSSR: 1 (1960)

 

Torschützenkönige

2012 - 3 Tore:
Fernando Torres (ESP)
2008 - 4 Tore:
David Villa (ESP)
2004 - 5 Tore:
Milan Baros (CZE)
2000 - 5 Tore:
Patrick Kluivert (NED)
Savo Milosevic (JUG)
1996 - 5 Tore:
Alan Shearer (ENG)
1992 - 3 Tore:
Vier Spieler
1988 - 5 Tore:
Marco van Basten (NED)
1984 - 9 Tore:
Michel Platini (FRA)
1980 - 3 Tore:
Klaus Allofs (GER)
1976 - 4 Tore:
Dieter Müller (GER)
1972 - 4 Tore:
Gerd Müller (GER)
1968 - 2 Tore:
Dragan Dzajic (YUG)
1964 - 2 Tore:
Jesus Pereda (ESP)
Dezsö Novak (HUN)
1960 - 2 Tore:
Fünf Spieler

 

Rekordspieler

16 Spiele:
Edwin van der Sar (NED)
Lilian Thuram (FRA)
14 Spiele:
Nuno Gomes (POR)
Zinedine Zidane (FRA)
Luis Figo (POR)
Karel Poborsky (CZE)
13 Spiele:
Alessandro Del Piero (ITA)
Peter Schmeichel (DEN)
Thomas Häßler (GER)
Jürgen Klinsmann (GER)
Laurent Blanc (FRA)
Didier Deschamps (FRA)
Paolo Maldini (ITA)
Dennis Bergkamp (NED)
Phillip Cocu (NED)

 

Rekordtorjäger

9 Tore:
Michel Platini (FRA)
7 Tore:
Alan Shearer (ENG)
6 Tore:
Ruud van Nistelrooy (NED)
Patrick Kluivert (NED)
Thierry Henry (FRA)
Nuno Gomes (POR)
5 Tore:
Savo Milosevic (YUG)
Milan Baros (CZE)
Marco van Basten (NED)
Jürgen Klinsmann (GER)
Zinedine Zidane (FRA)
4 Tore:
Elf Spieler

 

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