Keiner singt die Hymne so laut wie Buffon
Keiner singt die Nationalhymne so inbrünstig wie Italiens Kapitän Gianluigi Buffon. "Stringiamci a coorte, siam pronti alla morte. Siam pronti alla morte, l'Italia chiamo!", ruft Buffon aus ganz Herzen am Ende des Refrains ins Stadion.

Foto © ReutersGianluigi Buffon
Mit geschlossenen Augen wird er auch vor dem EM-Halbfinale am Donnerstagabend (20.45 Uhr/live ORF eins) in Warschau gegen Deutschland wieder lautstark die Hymne "Fratelli d'Italia" (Brüder Italiens) zum Besten geben - und bei manchem Ton daneben liegen. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, der Weltklassetormann stimme sich tatsächlich auf einen Kampf auf Leben und Tod ein, wie er in der Hymne besungen wird. "Stringiamci a coorte, siam pronti alla morte. Siam pronti alla morte, l'Italia chiamo!", ruft Buffon aus ganz Herzen am Ende des Refrains ins Stadion. "Lasst uns die Reihen schließen. Wir sind bereit zum Tod. Wir sind bereit zum Tod, Italien hat gerufen!"
Jeder italienische Heldentenor wird ihn am Donnerstagabend in Warschau um die gigantische Bühne beneiden. Allein in Italien werden mehr als 20 Millionen Fernsehzuschauer "Gigi" Buffon sehen und hören. Denn der Star von Juventus Turin singt alle seine Teamkollegen an die Wand. Im Stadion und weltweit an den Fernsehern werden die italienischen Tifosi aufstehen und mitsingen. Die aus dem 19. Jahrhundert stammende "Inno di Mameli" - der Text der Hymne stammt vom italienischen Dichter Goffredo Mameli - ist den Italienern enorm wichtig. Nachdem die Hymne bei den EM-Spielen gegen Spanien und Kroatien ausgepfiffen worden war, beschwerte sich Italiens Fußballverband (FIGC) bei der UEFA.
Auch Formel 1-Rekordweltmeister Michael Schumacher bekam den Stolz der Italiener auf ihre Hymne einst zu spüren. Als der Deutsche nach einem Ferrari-Sieg einmal während der "Inno di Mameli" ausgelassen wie ein Dirigent im Takt der Hymne mit dem Armen herumfuchtelte, fanden das die Italiener gar nicht komisch. Nach der Kritik lauschte Schumacher der italienischen Hymne bei den folgenden Siegerehrungen wieder andächtig und voller Respekt. Gianlugi Buffon hätte gewiss lautstark mitgesungen.













