Das geht richtig unter die Haut
Wandelnde Gesamtkunstwerke auf dem Spielfeld. Bei der Euro sieht man kaum noch Spieler, die nicht tätowiert sind. Ein besonderer Tattoo-Fetischist scheint der Däne Daniel Agger zu sein.
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Dennis Rodman, der ehemalige Basketballstar aus den USA, war quasi der Vorreiter in der Sportlerszene. Und dann kam der Fußballer David Beckham. "Die beiden haben die Tattoos in dieser Branche so richtig salonfähig gemacht", sagt einer, der es wissen muss - Helmut Zeiner, 44, Tätowierer. Seit rund vier Jahren betreibt der ehemalige Eishockeycrack und frühere Breakdance-Staatsmeister in Wien sein Studio, und zu den Kunden zählen nicht zuletzt Fußballer wie David Alaba oder Emanuel Pogatetz. Und schaut man sich nun die Euro an, so hat es den Anschein, als gäbe es überhaupt keinen Spieler mehr, der nicht "gepeckt" ist, wie's in der Fachsprache heißt. "Stimmt", sagt Zeiner, der sich in lautmalerischer Anlehnung an Eminems "Slim Shady" "Slim Heli" nennt. "Es ist eine Form von Körperkult, die aber viel mehr ist als eine bloße Modeerscheinung."
Tattoos als Glücksbringer
"Mir sollen die Tattoos Glück bringen", sagt etwa der Portugiese Raul Meireles, der sich "verschönern" lässt, seit er 18 ist. Lazio-Rom-Torhüter Federico Marchetti wiederum ließ sich aus Dankbarkeit das gesamte Ave Maria auf den Oberkörper tätowieren, nachdem er einen schweren Autounfall wie durch ein Wunder überlebt hatte. Und damit ihm so etwas erst gar nicht widerfährt, hat sich Beckham einen Schutzengel stechen lassen.
"Kleinigkeiten" wie Namen von Familienmitgliedern (bei Beckham der Name seines Sohnes, wenn auch falsch geschrieben), Geburtsdaten oder auch Rückennummern (Spaniens Fernando Torres etwa trägt die Neun für immer mit sich herum) sind auch längst keine Seltenheit mehr.
"Slim Heli" jedenfalls macht sich um sein Geschäft keine Sorgen. "Ich denke nicht, dass der Trend nachlässt", sagt der Mann, den Marko Arnautovic einst nach Mailand einfliegen ließ, um sich dort etwas unter die Haut gehen zu lassen.















