Protest gegen neues Sprachengesetz in der Ukraine

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Kurz vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine haben mehr als 100 Regierungsgegner aus Protest gegen ein umstrittenes Sprachengesetz die Fanzone in Kiew gestürmt. Die Demonstranten hissten auf dem Maidan-Platz zwei ukrainische Flaggen, wurden aber nach kurzem Handgemenge von der Polizei abgedrängt. Verletzte oder Schäden gab es nicht.
Mit dem Gesetz würde Russisch in weiten Teilen der Ex-Sowjetrepublik faktisch zur zweiten Amtssprache neben dem Ukrainischen. Gegner drohten mit Protesten während der EM, die an diesem Freitag beginnt. Auch der Oppositionspolitiker und Boxweltmeister Vitali Klitschko sprach sich gegen das Gesetz aus.
"Als Bürger der Ukraine bin ich überzeugt davon, dass wir bei uns nur eine Amtssprache haben sollten: Ukrainisch. Und das benötigt heute unseren Schutz", hieß es in einer Stellungnahme auf der Seite von Klitschkos Partei Udar (Schlag) am Dienstag. Klitschko forderte die Opposition zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die Initiative der im russischsprachigen Osten des Landes verwurzelten Partei der Regionen von Präsident Janukowitsch auf. Kritiker fürchten, das neue Gesetz werde das Ukrainische immer stärker zurückdrängen.
"Die erste Schlacht haben wir verloren, aber wir werden den Krieg gewinnen", sagte der Oppositionspolitiker Jazenjuk. Auch die inhaftierte Ex-Regierungschefin Timoschenko kritisierte das Gesetz scharf. Der einflussreiche Nachbar Russland hofft seit Jahren auf eine Stärkung seiner Sprache.
Zuvor hatte das Parlament in Kiew mit den Stimmen der Partei der Regionen das Gesetz zur Stärkung von Sprachen der nationalen Minderheiten in erster Lesung angenommen. Die Präsidentenpartei bot nach der Abstimmung einen Runden Tisch an, bei dem das Gesetz Punkt für Punkt besprochen werden solle.













