Explosionen schocken Ukraine
Im EM-Gastgeberland scheint die Sicherheitslage außer Kontrolle zu geraten. Während Abgeordnete der Timoschenko-Partei das Parlament besetzen, explodieren Bomben in der Geburtsstadt der Ex-Regierungschefin.

Foto © ReutersDie mutmaßlichen Misshandlungen von Ex-Regierungschefin Timoschenko führen in der Ukraine zu Protesten und Ausschreitungen
Bei einer Serie von Bombenexplosionen sind am Freitag in der ukrainischen Stadt Dnjepropetrowsk zahlreiche Menschen verletzt worden. Nach Angaben des Ministeriums für Zivilschutz wurden durch vier aufeinanderfolgende Explosionen zur Mittagszeit 15 Menschen verletzt.
Die erste Explosion sei durch einen Sprengsatz ausgelöst worden, der in einem Papierkorb nahe einer Straßenbahnhaltestelle deponiert worden sei, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Die zweite Explosion ereignete sich demnach eine halbe Stunde später in der Nähe eines Kinos; dabei seien sieben Menschen verletzt worden. Bei einer dritten Explosion seien noch einmal drei Menschen verletzt worden.
Hintergrund unklar
Der Hintergrund war zunächst unklar. Die Ukraine ist im Juni Co-Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft. Dnjepropetrowsk rund 400 Kilometer südöstlich von Kiew ist kein Austragungsort des Turniers. In der Stadt ist die derzeit inhaftierte Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko geboren worden.
Timoschenko, die seit Monaten unter starken Rückenschmerzen leidet, war am vergangenen Freitag aus Protest gegen ihre Haftbedingungen in einen Hungerstreik getreten. Bei dem erzwungenen Transport in eine Klinik außerhalb des Straflagers in Charkiw (Charkow) habe sie Blutergüsse an den Armen und am Bauch erlitten, hatte Timoschenko nach Angaben ihrer Anwälte geklagt. Die internationale Gemeinschaft fordert eine Aufklärung der Vorwürfe.
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Die Ex-Regierungschefin Timoschenko verbüßt eine siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs. Grund ist ein Gasgeschäft mit Russland in ihrer Zeit als Ministerpräsidentin. Timoschenko sieht das Verfahren als Racheakt ihres langjährigen politischen Rivalen, des derzeitigen Präsidenten Viktor Janukowitsch.















