In Spanien läuft Aktion "Entschuldigen Sie sich bei Luis!"
Vor der EM musste Spaniens Teamchef Luis Aragones einiges einstecken, jetzt hat sich der Wind in seiner Heimat gedreht.

Foto © ReutersAragones mit seinen Spielern
Vor der EURO 2008 hatte Spaniens Teamchef Luis
Aragones kein leichtes Leben. Obwohl seine Mannschaft seit November 2006 ungeschlagen war, blies ihm eine heftiger Gegenwind aus den Medien und aus Kreisen der Fans entgegen. Er hatte es unter anderem gewagt, Spaniens Superstar Raul aus dem Team zu eliminieren und ihn somit für die EM-Endrunde in Österreich und der Schweiz zum TV-Konsumenten zu degradieren. Mit dem Finaleinzug gegen Deutschland drehte sich der Wind aber. Nun läuft die Aktion "Entschuldigen Sie
sich bei Luis!"
Fehdehandschuh. So heißt zumindest ein Internetforum der Tageszeitung "El Mundo", und die meisten Teilnehmer folgten brav dem Aufruf: "Ich entschuldige
mich, weil ich dachte, dass Raul 'als Spieler' keinen Platz in dieser Nationalelf hat, wenn er aber 'als Person' in diese Gruppe nicht hineinpasst, bitte ich im Nachhinein um Verzeihung", spielte ein Fan auf die mittlerweile fast schon legendäre Gruppendynamik im spanischen Team an. Allerdings gab es auch einige hartnäckige Raul-Fans, die den Fehdehandschuh keineswegs der Geschichte anheim fallen lassen wollten. Einer von ihnen vermeldete: "Luis sollte uns um Vergebung bitten, weil er uns die Präsenz von Raul in einem EM-Finale vorenthalten hat. Mir ist es egal, wer das Finale gewinnt, und dafür ist Senor Aragones verantwortlich..."





