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Zuletzt aktualisiert: 27.06.2008 um 07:59 UhrKommentare

Grande Fiesta - Spanien mit 3:0-Sieg im Finale

Ein begeisterndes Spanien spielte sich mit traumhaftem Kombinationsfußball und einem überraschend deutlichen 3:0 gegen Russland ins Wiener Finale der Euro 2008.

Xavi traf zum 1:0

Foto © APXavi traf zum 1:0

Spanische Nationalfußballer hatten es wirklich nicht leicht in den vergangenen Jahrzehnten. Sie überstanden für gewöhnlich Vorrunden, um ebenso regelmäßig in der zweiten Phase Abschied zu nehmen. Wien aber erwies sich für die Iberer bei dieser Euro als außerordentlich fruchtbarer Boden.

Spanien souverän. Im Viertelfinale gegen Italien musste noch ein Elferschießen zu Hilfe genommen werden, doch das Halbfinale gegen Russland wurde zu einer Demonstration erhabenen spanischen Fußballstolzes, der eine eben noch als schnellstes Team der Euro gefeierte russische Mannschaft nach allen Regeln der Kunst ausmanövrierte. Mit dem 3:0 qualifizierte sich das Team des 70-jährigen Luis Aragonés auf souveräne Weise für das Sonntags-Endspiel gegen Deutschland. Die so lange vergeblich gesuchte Ehre, die viel zählt in diesem Land, ist wiederhergestellt.

Regen. Ein Match in der K.o-Phase kann für Wiener Verhältnisse relativ schnell zu einer ertragreichen Angelegenheit werden. Nein, nicht der Regen ist hier gemeint, der gestern zu Beginn der Partie zuverlässig einsetzte, dann im wahrsten Sinn des Wortes mitspielte und eine Pause einlegte, als die Spieler zum Trocknen in die Kabine gingen. Nun, das Fassungsvermögen der Spielfläche war zu diesem Zeitpunkt schon weitgehend ausgereizt, doch an Toren war das Match durchaus noch aufnahmefähig.

Furioso. Während die erste Hälfte zwar flott abgespielt wurde, aber ohne wirkliche Höhepunkte auskommen musste, starteten die Spanier in der zweiten Hälfte ein Angriffsfurioso. Sie hatten den traurigen Abgang des verletzten Stürmerstars David Villa in der 35. Minute absorbiert und wurden dann sehr raschfür ihren Angriffsgeist belohnt. Iniesta setzte den völlig frei gelassenen Xavi ein, und der Ball landete im Netz. der Treffer löste ein begeisterndes Spiel der Iberer aus, dessen Charakter so deutlich abwich vom ersten Halbfinale zwischen Deutschland und der Türkei. Die Spanier zeigten, dass sie praktizierende Fußballer sind, kombinierten Spielwitz und Tempo und trafen auf wunderbare Weise noch zwei Mal ins gegnerische Gehäuse.

Spiel hatte Sprache verloren. Russland hatte relativ vorsichtig begonnen und war mit dem ersten Gegentreffer bereits völlig gebrochen. Guus Hiddink war mit dem Fußballer-Latein am Ende. Das russische Spiel hatte seine Sprache verloren.


Fotoserie

Fakten

Russland - Spanien Endstand 0:3 (0:0). Wien, Ernst-Happel-Stadion, 51.428 Zuschauer (ausverkauft), Schiedsrichter Frank De Bleeckere (BEL)
Torfolge: 0:1 (50.) Xavi Hernandez
0:2 (73.) Güiza
0:3 (82.) Silva

Russland: Akinfejew - Anjukow, Ignaschewitsch, W. Beresuzki,Schirkow - Semak - Saenko (57. Sytschew), Semschow (56.Biljaletdinow), Syrjanow - Arschawin - Pawljutschenko

Spanien: Casillas - Capdevila, Puyol, Marchena, Sergio Ramos -Silva, Xavi Hernandez (69. Xabi Alonso), Senna, Iniesta - Torres (69.Güiza), Villa (34. Fabregas)

Gelbe Karten: Schirkow, Biljaletdinow bzw. Keine

Foto

Foto © AP

Villa musste verletzt ausgewechselt werdenFoto © AP

Villa fällt aus

David Villa wird seiner Mannschaft im Finale gegen Deutschland aller Voraussicht nicht zur Verfügung stehen. Villa hatte sich die Verletzung im Oberschenkel offenbar nach der Ausführung eines Freistoßes zugezogen.

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