FRA - ROM: Fußball zum Abgewöhnen
Frankreich konnte nicht, Rumänien wollte nicht. 30.000 Fans warteten in Zürich vergeblich auf Tore und Goalgetter Henry Thierry.

Foto © APAWenig Kreativität und viele Fouls prägten das erste Match der Gruppe C
Die Meldung, dass Rumänien zu den Geheimfavoriten dieser Euro zählt, ist offenbar so geheim, dass sich das nicht bis zu den Rumänen durchgesprochen hat. Die Elf von Trainer Victor Piturca versteckte sich in der ersten Halbzeit des Spiels gegen Frankreich und setzte stur auf die ausgegebene Kontertaktik. Wenig titeltauglich.
3D-Torszenen
Henry fehlte. Weil aber auch die Grande Nation nicht groß aufgeigte, entwickelte sich am Züricher Letzigrund eine blau-gelbe Partie Rasenschach. Die 30.000 Fans hätten sich mehr Unterhaltung verdient. Wobei, den Franzosen fehlte für den Abschluss ihres technisch sauberen Spiels ein Mann: Thierry Henry. Der angeschlagene Stürmer saß nur auf der Bank. So blieb es an Ersatzmann Nicolas Anelka und seinem Chelsea-Kumpanen Florent Malouda hängen, für die (wenigen) Offensiv-Akzente zu sorgen. Wie in der 17. Minute, als Malouda gegen Rumänien-Keeper Lobont zu spät kam, und in Minute 33, als Anelka den Ball per Kopf über die Latte setzte.
Mutu untergetaucht. Halbzeit zwei im Zürcher Taktikgeplänkel brachte keine nennenswerte Verbesserung. Rumänien-Star Adrian Mutu schaffte es zwar, in 78 Spielminuten 8,44 Kilometer zurückzulegen - gesehen hat ihn dabei aber keiner, er wurde ausgetauscht. Und bei den
"Blauen"? Man wartete vergebens auf die Einwechslung von Henry, dafür brachte Coach Raymond Domenech spät aber doch die Shooting-Stars Gomis und Nasri. Die Pattstellung konnten aber auch sie nicht knacken. Weil die wenigen Konterchancen der Rumänen ebenfalls erfolglos blieben, hat die Euro mit dem 0:0 ihre erste Nullnummer.
Papierkorb. Die Akte Rumänien wandert damit aus der Lade "Geheimtipp" in den Papierkorb. Und die enttäuschenden Franzosen werden sich gegen Holland und Italien kräftig steigern müssen. Sonst kräht kein Hahn nach ihnen.
Features
Fotoserie
Gruppe C
Rumänien - Frankreich
Endstand: 0:0
Zürich, Letzigrund
Rumänien: Lobont - Contra, Tamas, Goian, Rat - Cocis, Radoi, Chivu -Nicolita, Niculae, Mutu
Frankreich: Coupet - Sagnol, Thuram, Gallas, Abidal - Ribery,Toulalan, Makelele, Malouda - Anelka, Benzema
Gelbe Karten: D. Niculae, Contra, Goian bzw. Sagnol
Foto

Raymond DomenechFoto © Reuters
Fakten
Das Wort zum Match kommt von ORF-Kommentator Christopher D. Ryan, der meinte am Ende der Übertragung: "Der Kommentator wendet sich ab mit Grausen."





