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    Zuletzt aktualisiert: 06.06.2008 um 12:43 UhrKommentare

    Podolski und Klose - Zwei Polen im Einsatz für Deutschland

    Die Spätaussiedler-Kinder Podolski und Klose treffen bei erstem EM-Spiel auf ihr Geburtsland. Polens Trainer klopften vergeblich an bei den beiden deutschen Nationalspielern.

    Miroslav Klose

    Foto © GEPAMiroslav Klose

    Lukas Podolski und Miroslav Klose - auf dieses Offensiv-Duo würden bei der Fußball-EURO wohl einige Trainer vertrauen. Besonders bitter ist es, wenn die beiden torgefährlichen Stürmer statt in der eigenen Mannschaft für den Gegner einlaufen. Im Fall von Leo Beenhakker könnte dies am Sonntag (20.45 Uhr) zutreffen, wenn seine polnische Mannschaft zum EM-Auftakt in Klagenfurt auf Deutschland trifft. Mit Podolski, Klose sowie Mittelfeldmann Piotr Trochowski vertraut DFB-Teamchef Joachim Löw bei der EURO auf drei Spieler, in deren Geburtsurkunde ein Ort in Polen aufscheint.

    Spätaussiedler. Alle drei kamen in den 80er Jahren als Kinder der sogenannten Spätaussiedler nach Deutschland. Sie hatten Anspruch auf die Aufnahme in der damaligen Bundesrepublik, weil die Großeltern vor dem 2. Weltkrieg Reichsbürger gewesen waren. Mehrere hunderttausend Schlesier durften im Rahmen der "Familienzusammenführung" ausreisen, viele Angehörige wohnen aber nach wie vor in Polen. Podolski wurde 1985 in Gliwice (Gleiwitz) geboren, Klose 1978 in Opole (Oppeln), der 1984 in Tczew (Dirschau) zur Welt gekommene HSV-Akteur Trochowski vervollständigt das Trio.

    Abwerbungsversuche. Polens Teamchefs hatten in der Vergangenheit erfolglos versucht, die Wurzeln der beiden Goalgetter zu nutzen. Dreimal soll Beenhakkers Vorgänger Pawel Janas ein Teamtrikot mit der Nummer 10 an Podolski verschickt haben - ohne Erfolg. Zbigniew Boniek, Janas' Vorgänger, hatte bei Klose schon in dessen Zeit bei Kaiserslautern vergeblich angeklopft. "Natürlich hätte ich sie gerne gehabt. Aber wenn sie in einem Land aufwachsen und ihre Zukunft ist dort - das ist die Freiheit, die sie haben", meinte Beenhakker über die beiden Bayern-Angreifer.

    "Polen im Viertelfinale". Bereits bei der Weltmeisterschaft 2006 machte das Duo Podolski/Klose vor dem Spiel gegen ihr Geburtsland auf sich aufmerksam. Nachdem Deutschland im Unterschied zum östlichen Nachbarn den Aufstieg ins Achtelfinale geschafft hatte, erschien das Boulevardblatt "Fakt" mit der doppelseitigen Schlagzeile "Polen im Viertelfinale!".

    Polnisches Herz. Der seit zwei Tagen 23-jährige Podolski hat nach wie vor eine sehr große Familie in Polen, die er zwei- bis dreimal pro Jahr besucht. "Ich habe ein polnisches Herz. Aber es ist natürlich völliger Quatsch, wenn von manchen jetzt gesagt wird: 'Der Poldi schießt den Polen keines rein.' Wenn das Spiel losgeht will ich gewinnen", sagte der Münchner.

    Keine Entscheidungsfrage. Beim Ertönen der Nationalhymnen gibt es jedenfalls auch keine Entscheidungsfrage. Podolski, dessen Einsatz entweder im linken Mittelfeld oder an vorderster Front sehr wahrscheinlich ist, singt aus Prinzip nicht, Fixstarter Klose erklärte in einem Interview schon einmal: "Ich werde nur die deutsche Hymne singen, die andere kenne ich gar nicht". Für den ab Montag 30-jährigen Klose war sein späterer Beruf wichtig, nachdem er mit acht Jahren ohne Deutschkenntnisse mit seinen Eltern übersiedelt war. "Durch Fußball bin ich integriert worden."


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