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Zuletzt aktualisiert: 05.06.2008 um 15:17 UhrKommentare

Polens Team auf Distanz zu Berichten - "Kranke Leute"

Teamchef Beenhakker entschuldigte sich im Namen des Teams. Boulevard legt nach und bringt Österreich mit ins Spiel.

Foto © bild.de

Auch im polnischen Fußball-Teamcamp hat die martialische Berichterstattung in der Heimat vor der EURO-Auftaktpartie gegen Deutschland Wogen geschlagen. Im Rahmen der ersten offiziellen Pressekonferenz in Bad Waltersdorf am Donnerstag entschuldigte sich Trainer Leo Beenhakker öffentlich im Namen des Teams. "Es war eine schreckliche Sache und wir wollen uns hiermit distanzieren von diesen verrückten, schmutzigen und kranken Leuten", meinte der Niederländer.

Entschudigung. Er hoffe, dass er im Namen vieler Polen, "zumindest für das polnische Team" spreche: "Wir wollen uns bei der deutschen Bevölkerung dafür entschuldigen, was gestern auf der Frontseite einer Zeitung in Polen erschienen ist". Zwar habe er nicht mit der Mannschaft über die in der Boulevardzeitung "Super Express" veröffentlichten Fotomontage mit den abgetrennten Köpfen von Joachim Löw und Michael Ballack gesprochen, diese hätten es aber gesehen.

Auf Vorbereitung konzentrieren. "Ich weiß, dass viele Emotionen in Fußballspielen stecken, speziell bei Polen gegen Deutschland. Ich habe vom ersten Tag, als wir wussten, dass wir aufeinandertreffen, gesagt, dass wir diese Emotionen und Sentimentalitäten komplett ausschalten müssen", erklärte Beenhakker. Man solle keine Energie in diese Sachen verschwenden, so der 65-Jährige. Der bei VfL Wolfsburg in der deutschen Bundesliga engagierte Jacek Krzynowek wollte sich ebenfalls distanzieren: "Wir wollen uns auf unseren Job konzentrieren und das ist die Vorbereitung auf diese Partie."

Symbolische Darstellung. Dem ungeachtet wähnt sich die Zeitung "Super Express", die am Donnerstag mit der Schlagzeile "Deutsche, wir werden Euch aufessen - wie immer" nachlegte, im Recht. "Das sieht brutal aus, ist aber nur eine symbolische Darstellung der Erwartungen unserer Leser", sagte Chefredakteur Slawomir Jastrzebowski. Nicht die Polen, sondern die Deutschen hätten diesen Schlagabtausch begonnen, wehrte sich der Journalist im Gespräch mit der Zeitung "Polska".

Deutsch-österreichische Verschwörung. Die zweite Boulevardzeitung, "Fakt", warnte nun sogar vor einer deutsch-österreichischen Verschwörung auf Kosten Polens: "Unsere Gegner machen keinen Hehl daraus, dass sie sich auf das Ergebnis ihres Spiel einigen könnten." Wenn Österreich im Spiel gegen Polen einen Sieg brauche und Deutschland bereits den Aufstieg in der Tasche habe, würde Deutschland das Spiel ganz einfach verkaufen, spekulierte die Zeitung.


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