Noch Fragezeichen bei DFB-Team nach Sieg gegen Serbien
Im Sturm nur ist nur Klose gesetzt. Löw: "Der Sieg war gut fürs Selbstvertrauen".

Foto © GEPAJoachim Löw
Deutschlands Fußball-Nationalteam hat
die EM-Generalprobe gegen Serbien zwar mit 2:1 gewonnen, von einer
souveränen Vorstellung war die DFB-Elf acht Tage vor dem ersten
Endrundenspiel gegen Polen (8. Juni in Klagenfurt) aber weit
entfernt. Während der überragende Kapitän Michael Ballack sich
bereits in EM-Topform befand und gemeinsam mit Stürmer-Routinier
Oliver Neuville für den Umschwung sorgte, war die Innenverteidigung
abermals eine Problemzone.
Kuranyi und Gomez farblos.
Dazu blieb auch das Anfangs-Sturmduo Mario Gomez/Kevin Kuranyi
farblos. Teamchef Joachim Löw hat seine Stammelf noch nicht im Kopf.
"Wir sind froh, dass wir das Spiel nach dem Rückstand noch drehen
konnten. Das ist gut für das Gefühl und das Selbstvertrauen",
resümierte Löw. Die Mannschaft sei an ihr Limit gegangen. Vor allem
Ballack wollte wie kein Zweiter den Sieg und wurde für seine
Willenskraft schließlich auch mit dem Siegestreffer belohnt.
Defensive.
Dafür muss sich die DFB-Elf in Österreich und der Schweiz aber vor
allem in der Defensive deutlich steigern. "Im Feinschliff müssen wir
noch einige Dinge verbessern", ist sich der Ex-Austria- und
FC-Tirol-Trainer bewusst. Während Jens Lehmann ("Er musste keinen
Ball halten, aber die Ausstrahlung war eigentlich gut") sich diesmal
keinen Fehler leistete, war die Abwehr wie schon beim 2:2 gegen
Weißrussland unsicher.
Abwehrproblem.
"Beim Gegentor hätte sich die Mannschaft anders verhalten müssen.
Wenn jemand mit dem Gesicht zum Tor auf das Tor zuläuft, weicht man
normalerweise zurück, man lässt sich den Ball nicht in den Rücken
spielen", sagte auch Löw. Die "Bild" kommentierte die
Defensivleistung von Per Mertesacker und Christoph Metzelder so:
"Ohne Abwehr fahren wir zur EM. Die Innenverteidigung mit den
Gebrüdern Schnarch und Schleich ist so nicht wettbewerbstauglich."
Fixstarter.
Während in der Innenverteidigung aber trotz der Unsicherheiten
Mertesacker und Metzelder wohl als Fixstarter gelten, hat sich Löw
bezüglich der Anfangself für das Polen-Spiel auf anderen Positionen
noch nicht festgelegt. "Es gibt schon noch das eine oder andere
Fragezeichen, es gibt Möglichkeiten zu variieren. Ich werde die
beiden Spiele gegen Weißrussland und Serbien noch einmal
aufarbeiten", wies der DFB-Teamchef hin. In der nächsten Woche - die Deutschen beziehen am Dienstag in
Ascona ihr EM-Quartier - spiele die aktuelle Trainingsleistung noch
eine wichtige Rolle. Im Angriff ist nur Bayern-Stürmer Miroslav
Klose, der nach seiner Sprunggelenksverletzung am Dienstag wieder ins
Training einsteigen wird, gesetzt.
Features
Meinung
DFB-Teammanager Oliver Bierhoff sprach von einem "sehr wichtigen Test". "Wir wissen, dass wir 90 Minuten durchpowern und mit hohem Tempo auf den Gegner gehen und schnell kombinieren können und sich daraus immer wieder Chancen ergeben. Aber wir wissen auch, dass wir nicht leichtsinnig nach hinten arbeiten dürfen", so der Ex-Salzburg-Stürmer.
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Ballack - großer Hoffnungsträger der DeutschenFoto © Reuters
Presse
Die "Bild" am Sonntag schrieb: "2:1 - Jetzt drehen wir das Sommermärchen 2008. Ballack kann uns zum Titel führen."





