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Zuletzt aktualisiert: 21.06.2008 um 12:26 UhrKommentare

"Niemals aufgeben" - der türkische Weg zum Erfolg

Das Erfolgsrezept von Türkei-Coach Fatih Terim lautet "Niemals aufgeben". Zum dritten Mal holte sein Team unter diesem Motto einen Rückstand auf und steht im EURO-Halbfinale.

Fatih Terim: Unermüdlich an der Seitenlinie im Einsatz

Foto © APFatih Terim: Unermüdlich an der Seitenlinie im Einsatz

Nach dem vermeintlichen Goldtor des kroatischen Stürmers Ivan Klasnic in der 119. Minute wirkten die türkischen Nationalspieler nur für Sekunden wie gelähmt. Das EURO-Viertelfinale gegen Kroatien am Freitagabend schien Sekunden vor dem Schlusspfiff verloren, doch zumindest einer glaubte nach wie vor an die Chance der türkischen Auswahl: Teamchef Fatih Terim. "Ich habe einige unserer Spieler auf dem Rasen liegen gesehen", berichtete Terim nach dem Spiel. "Ich habe ihnen gesagt, dass sie den Ball gefälligst aus dem Netz holen sollen. Ich hatte noch nicht aufgegeben."

Gruppenphase. Bereits in der Gruppenphase hatte die türkische Mannschaft in den Partien gegen die Schweiz (2:1) und Tschechien (3:2) nach einem Rückstand noch gewonnen. Gegen Tschechien führte Stürmer Nihat mit Toren in der 87. und 89. Minute erst in den Schlussmomenten die Wende herbei, gegen Kroatien war der türkische Torschützenkönig Semih Sentürk mit seinem Ausgleichstor in der 122. Minute der Held. Die Kroaten wirkten im darauffolgenden Elfmeterschießen paralysiert, von vier angetretenen Schützen traf einzig Darijo Srna, während alle drei türkischen Schützen, Arda Turan, Semih Sentürk und Hamit Altintop, ohne Probleme trafen.

Keine hängenden Köpfe. "Der Trainer lässt nicht zu, dass wir den Kopf hängen lassen", sagte Kazim Kazim. "Dann ist alles möglich, wir geben vor dem Schlusspfiff nicht auf." Für die Türkei ist es in der dritten EM-Teilnahme nach 1996 (Gruppenphase) und 2000 (Viertelfinale) das erste Semifinale. "Wir haben nun drei historische Spiele in Folge gespielt", sagte Nihat Kahveci, im Liga-Betrieb beim spanischen Vizemeister Villarreal engagiert. "Jetzt hoffe ich, dass wir ins Finale kommen und dort gegen Spanien spielen."

Verletzungssorgen. Es ist aber nicht einmal gesichert, ob die Türkei im Halbfinale gegen Deutschland am Mittwoch in Basel überhaupt eine vollzählige Mannschaft auf den Platz bekommt. Zahlreiche Spieler sind verletzt oder zumindest angeschlagen, zu allem Überfluss kassierten Arda, Tuncay und E. Asik gegen Kroatien ihre zweite gelbe Karte im Bewerb und sind nun im Halbfinale gesperrt.

Kein Problem. Kein Problem für Terim, der vor dem Kroaten-Spiel Elferschießen nicht hatte üben lassen: "Wir nehmen stets den kompliziertesten Weg, aber wir erreichen das Ziel. Die Leute werden sich in der Zukunft an das erinnern, was wir getan haben." Das Halbfinalspiel werde jedenfalls ein Hit. "Deutschland ist ein Gigant", sagte Terim. "Das wird das Aufeinandertreffen zweier Giganten."


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