Festnahmen, Feiern und eine Hochzeit
Eon Großaugebot er Polizei hatte in der Nacht von Freitag auf Samstag viel zu tun. In der Wiener Innenstadt wurden kroatische und türkische Fahnen durch italienische und spanische ersetzt.

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Es begann bereits während des Spiels am Freitagabend. Die Partie zwischen Kroatien und der Türkei entsprach anscheinend nicht den Erwartungen und Vorstellungen einiger Anhänger. Und so beschäftigten sich wenige von ihnen anderwärtig. Nämlich mit sich selbst. In einem kroatischen Sektor kam es zu einer Schlägerei: Kroaten gegen Kroaten. Die Polizei griff nicht ein. Die "Mischerei" erledigte sich von selbst. Es war aber ein Indiz, dass es in der Nacht von Freitag auf Samstag noch heiß her gehen wird. Und so war auch. In einigen Bezirken in Wien marschierte ein Großaufgebot der Polizei auf, musste die feiernden Türken und die von der dramatischen 1:3-Niederlage schockierten und erbosten Kroaten trennen.
Niemals aufgeben
Bilanz.
Samstagvormittag legte Polizeisprecher Christian Stella dann die Bilanz des nächtlichen Einsatzes vor. Insgesamt wurden 51 Straftaten begannen, wobei es in fünf Fällen zur Anzeige wegen Körperverletzung kam. Die Exekutive nahm zwölf Personen fest. "Für die Polizei war es ein Einsatzmarathon", sagte Stella mit dem bislang höchsten Personalstand. Gestern früh war von den Auseinandersetzungen nichts mehr zu sehen.
Fahnen wurden ausgetauscht.
Der Stephansplatz, wo des Nächtens noch einige Flaschen geflogen waren und etliche weibliche Fans mit ihren Flipflops aufgrund der Scherben wie auf Nadeln gehen mussten, glänzte Tags darauf. Die Cafes in der Kärntnerstaße sowie am Graben wechselten ihre Fähnchen. Kroatischen und türkische wurde gegen spanische und italienische ausgetauscht. "So viele Kroaten haben ich hier noch nie gesehen", sagte Luca, ein italienisches Kellner. "Aber jetzt kommen meine Leute, die Italiener. Die sind zwar nicht ganz so gut fürs Geschäft, weil sie weniger trinken. Aber feiern können wir besser als alle anderen."
Leute stürmen Geschäfte.
Luca wird am Sonntag nicht im Stadion sein", weil ich arbeiten muss. Aber er wird sehr oft auf den Fernseher im Lokal schielen, "natürlich ohne auf die Gäste zu vergessen". Auch einige Geschäftsinhaber werden den gestrigen Samstag nicht vergessen. "Das ist Wahnsinn, die Leute stürmen unser Geschäft", schnauft eine Verkäuferin einer Boutique. Kroaten, Italiener und viele Deutsche sind derzeit in Wien", sagt die verkäuferin und wird schon wieder wegen irgendeiner Kleidergröße gefragt.
Hochzeit.
Und in der Annagasse, einer, Quergasse der Kärntnerstraße lässt sich gerade ein Brautpaar fotografieren. Ein Italiener heiratete eine Österreicherin, verriet ein Hochzeitsgast. Ob er am Sonntag im Stadion sitzt? "Darf er nicht, seine Karten hat er schon verkauft." Fußball ist also wirklich nur die schönste Nebensache der Welt.
Features
Festnahmen
Zwölf Festnahmen lautet die Bilanz der Polizei nach den Ausschreitungen in Wien. Es gab zwei Leichtverletzte, betroffen waren ein Polizist und ein Passant.
Polizeisprecher Christian Stella betonte: "Hooliganismus - das war es nicht. Ich vergleiche das immer ein bisschen mit einem Bierzelt."






