Streit zwischen Türkei-Coach Terim und Medien prolongiert
Der Streit zwischen dem türkischen Fußball-Nationaltrainer Fatih Terim und den Medien des Landes schwelt weiter.

Foto © APAFatih Terim wird scharf kritisiert
Terim solle sich nach dem EM-Viertelfinalspiel gegen Kroatien
in Wien am (heutigen) Freitag seinem Spitznamen gemäß "wie ein
Imperator" benehmen, forderte der Sportkolumnist Kazim Kanat am
Freitag in der Zeitung "Sabah": bei einem Sieg "stolz und
bescheiden", und im Falle einer Niederlage "stolz und ehrenhaft".
Kritik. Seit Beginn der EURO wird Terim in der türkischen Presse scharf
attackiert, weil er nach Meinung vieler Experten taktische Fehler
beging und die falsche Mannschaftsaufstellung auswählte. Terim hatte
den türkischen Medien nach dem erfolgreichen Spiel gegen Tschechien
eine unfaire Berichterstattung vorgeworfen. "Schämt ihr euch denn
nicht?", hatte er türkische Journalisten bei einer Pressekonferenz
gefragt.
Von Freunden. Hincal Uluc, einer der bekanntesten und einflussreichsten
Sportjournalisten des Landes, der Terim auch privat nahe steht,
schrieb dem Trainer darauf in der "Sabah" einen offenen Brief. Trotz
aller Freundschaft und Hochachtung werde er Terim weiter kritisieren,
kündigte er an. "Du tust deine Arbeit, ich tue meine", schrieb Uluc.
Terim habe nach wie vor nicht auf die berechtigte Kritik an seiner
Arbeit geantwortet. So müsse sich Terim fragen lassen, ob die Türkei
auch dann ins Viertelfinale gekommen wäre, wenn ein schwerer
Torwartfehler der Tschechen im Spiel am vergangenen Sonntag den
Türken nicht die Chance geboten hätte, das Spiel trotz eines
0:2-Rückstandes noch zu gewinnen.
Wogen zu glätten. Am Donnerstag hatte Terim versucht, die Wogen zu glätten, und
erklärt, er wisse, dass Kritik zum Beruf des Journalisten gehöre. Er
sei aber gegen "Lügen".





