Die Legionäre, das Prekäre
Die Auslandsösterreicher werden bei der Euro über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Eine Bestandsaufnahme.

Foto © APNoch ist völlig offen, wer bei der Euro kicken wird
Die prekäre finanzielle Lage der meisten österreichischen Bundesligaklubs lässt gar keine andere Möglichkeit zu. Wirtschaftliches Überleben kann nur durch optimale, gezielte Nachwuchsarbeit gewährleistet werden. Nach dem Bosman-Urteil haben wir geglaubt, wir könnten mit großen Nationen mithalten, haben aber übersehen, dass wir nur dritt- und viertklassige Legionäre abbekommen und dadurch dem eigenen Nachwuchs die Entwicklungschance genommen haben.
Spielwitz, Ideen und Kreativität.
Der österreichische Fußball war in früheren Zeiten immer für Spielwitz, Ideen und Kreativität bekannt. Unser Ruf als "Operettenliga", zwar eine leise Kritik, war aber durchaus auch als Kompliment zu werten. Denn die österreichischen Spieler, denen der Sprung ins Ausland geglückt ist, hatten bei ihren Klubs fast allesamt eine tragende Rolle in der Spielgestaltung. Das war bei Herbert Prohaska bei AS Roma und Inter so, aber auch bei Kurt Jara in Valencia oder auch bei Andreas Herzog bei Werder Bremen.
Es war schonmal schwieriger.
Dabei war es seinerzeit wesentlich schwieriger einen Stammplatz zu ergattern, weil jeder Klub nur drei Ausländer haben durfte. Jetzt sind unsere besten Legionäre, gleichzeitig die Stützen der Nationalmannschaft, fast gänzlich in der Defensive zu finden. Ich bin fest überzeugt, dass Emanuel Pogatetz und Martin Stranzl Spieler sind, die mit ihrer Persönlichkeit eine gewisse Sicherheit in die Nationalmannschaft bringen werden. Mit Martin Harnik und Roman Kienast sind zwei offensive Hoffnungsträger im Teamkader dabei, international gänzlich überzeugen konnte bis dato aber nur Roland Linz, der bei Braga eine sehr gute Saison spielt und erst am Wochenende wieder traf.
Sorgenkind Andi.
Ein kleines Sorgenkind ist der Kapitän. Andreas Ivanschitz hat zwar nicht immer einen Stammplatz bei Panathinaikos, aber es geht aufwärts. Im Kopf ist er allerdings noch nicht dort, wo ich ihn gerne hätte, als Spielgestalter und Ideengeber des Nationalteams.
Welchen Wert die Nationalmannschaften im internationalen Vergleich darstellen, beweist der vierte Platz unseres U20-Teams in Kanada. Sebastian Prödl und Veli Kavlak sind im Ausland momentan gefragter als alle anderen A-Nationalspieler. Die Jungs sind jedenfalls auf einem richtigen Weg, hoffentlich "explodiert" der eine oder andere bei der Europameisterschaft.
Features
Euro-Special
Gruppeneinteilung
Gruppe A:
Schweiz, Tschechien, Portugal, Türkei
Gruppe B: Österreich, Kroatien, Polen, Deutschland
Gruppe C: Niederlande, Frankreich, Italien, Rumänien
Gruppe D:
Griechenland, Schweden, Spanien, Russland





