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Zuletzt aktualisiert: 20.12.2007 um 05:10 Uhr

EM-Fußballer wollten Geld fürs Wohnen

Kärnten Werbung wollte nicht für Quartier und Taschengeld der Fußballer aufkommen. Daher wohnt keine Mannschaft in Kärnten.

Alle Achtung! Es sind die besten Adressen der Österreichischen Hotellerie, die sich die EM-Fußballteams herausgepickt haben: Krallerhof in Leogang, Avita Hotel in Bad Tatzmannsdorf, Arabella Sheraton am Fuschlsee. Kärntens Nobel-Hotellerie ging leer aus. Kein Kicker wird sich in die wichen Kissen des Hotels Schloss Velden kuscheln, keiner im Wellness-Bereich des Schlosses Seefels relaxen.

Gratis-Unterkünfte. Was hat Kärnten falsch gemacht? Ist die Hotellerie für die europäische Fußball-Elite zu wenig nobel? Die Antwort von Kärnten Werber Werner Bilgram ist so überraschend wie einleuchtend: "Die Mannschaften wollen nicht nur Gratis-Unterkünfte, sondern auch noch Bares. Wir waren aber nicht bereit, so viel zu zahlen", ist Bilgram entwaffnend offen. Die Ehre, eine Mannschaft in Kärnten zu beherbergen, hätte sich mit mindestens 500.000 Euro im Budget der Kärnten Werbung niedergeschlagen. "Wir haben die Austragungsspiele in Kärnten, das ist medial und wirtschaftlich mehr wert, als die Beherbergung einer Mannschaft. Sie müssen zwei Tage vor den Spielen sowieso hier übernachten", erklärt Bilgram.

Geld wert. Den Bundesländern, die keine Spiele austragen, wie das Burgenland, Oberösterreich oder die Steiermark, war die Beherbergung der Fußballer, die meist einen Tross von Journalisten und Fans mitbringen, das Geld wert. "Zu uns müssen sie sowieso kommen", sagt Bilgram, "wir geben das Geld lieber in Märkten aus."

Für gut befunden. Es war ja nicht so, dass sich die Mannschaften nicht auf Herbergssuche in Kärnten begeben haben. Deutsche, Holländer, Russen, Spanier und Italiener sollen die besten Häuser unter die Lupe genommen und für gut befunden haben. "Als es dann ums Zahlen ging, haben wir abgewunken", erklärt der Kärnten-Werber.

20 Minuten. Erschwerend dazu kam noch, dass die Mannschaften Quartiere bevorzugen, die nicht weiter als 20 Minuten vom Flughafen entfernt liegen. Außerdem sollte ein Stadion in der Nähe verfügbar sein, das absperrbar ist. "Davon haben wir in Kärnten eines und das ist St. Veit", gibt Bilgram zu bedenken.

Trostpflaster. Bilgram hat aber doch noch ein Trostpflästerchen parat: Zwei Mannschaften werden höchstwahrscheinlich eine Woche vor den Spielen ein einwöchiges Trainingslager in Kärnten aufschlagen. Bilgrams "heißer Tipp": Es könnte in Bad Kleinkirchheim sein.

ELISABETH TSCHERNITZ-BERGER

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