Ivanschitz wartet auf "Pogatetz Anruf"
Vor seinem Comeback bei Panathinaikos Athen sprach Andreas Ivanschitz mit der APA über die Chancen seines Ex-Clubs Red Bull Salzburg bei AEK Athen, seine Position in der "Causa" Pogatetz und den Vorsatz, auch sich selbst in die Pflicht zu nehmen.

Foto © GEPAAndreas Ivanschitz gibt wahrscheinlich noch diese Woche sein Comeback
Ihr Comeback steht unmittelbar bevor. Ist das Knie wieder ganz
in Ordnung?
Andreas Ivanschitz: "Dem Knie geht es gut. Ich bin seit mehr als zwei Wochen
wieder im Training. In den vergangenen Tagen war ich schon vollkommen
beschwerdefrei. Es braucht aber sicher einige Spiele, bis ich wieder
meinen Rhythmus bekomme. Ich habe sehr viel in der Kraftkammer
gearbeitet, um wieder dorthin zu kommen, wo ich mit meiner Fitness
vor der Verletzung war."
Sie spielen auch diese Saison auf Leihbasis bei Panathinaikos.
Ihr Ex-Club Red Bull Salzburg trifft am Donnerstag auf AEK Athen.
Gibt es einen Favoriten?
Ivanschitz: "Mit diesbezüglichen Aussagen muss ich mich eher
zurückhalten. Ich möchte mich primär auf meine Aufgabe bei
Panathinaikos konzentrieren. Aber ich sehe Chancen auf beiden Seiten.
Niemand ist wirklich im Vorteil. Es werden sehr enge Spiele.
Informationen über AEK habe ich aber an niemanden aus Salzburg
weitergegeben."
Was sind Ihre persönlichen Saisonziele mit Panathinaikos?
Ivanschitz: "Ein Verein wie Panathinaikos will immer den
Meistertitel. Wir wollen mit den Topvereinen mithalten und in die
UEFA-Cup-Gruppenphase. Das ist für uns fast ein Muss. Das wird von
uns hundertprozentig erwartet. Ähnlich ist es bei AEK. Auch die gehen
zu 100 Prozent davon aus, dass sie aufsteigen. Die Griechen haben
seit ihrem Europameistertitel sehr viel Selbstvertrauen. Es herrscht
eine große Euphorie."
In Österreich herrscht diese Euphorie ein Jahr vor der Heim-EM
noch nicht. Ist nach dem Tschechien-Spiel zu viel erwartet worden?
Ivanschitz: "Die Erwartungen waren sicher nicht zu hoch. Die
Mannschaft war schon weiter. Die Spieler haben das Ganze aber richtig
analysiert. Damit kann man nicht zufrieden sein. Auch wenn wichtige
Spieler fehlen, darf man nicht so abfallen. Einige Spieler hatten bei
den zwei Spielen (gegen Japan und Chile) keine gute Tagesform. Im
Oktober werden wir uns sicherlich anders präsentieren."
Emanuel Pogatetz könnte nach der Umwandlung seiner Sperre schon
bald ein Comeback im ÖFB-Team gehen. Haben Sie bereits mit ihm
gesprochen?
Ivanschitz: "Nein, es hat noch kein Gespräch gegeben. Eigentlich
warte ich auf seinen Anruf. Ich werde ihn nicht anrufen. Es ist seine
eigene Schuld gewesen. Er hat sich in diese Position gebracht. Aber
ich bin gerne bereit, mit ihm zu reden. Er muss in der Mannschaft
wieder akzeptiert werden. Das gehört in der Mannschaft
ausgesprochen."
ÖFB-Präsident Friedrich Stickler hat mit Roland Linz zuletzt
namentlich einen Spieler kritisiert. Ist das der richtige Weg?
Ivanschitz: "Das ist die Meinung des Präsidenten. Aber bei diesen
Spielen hat nicht nur der Roli einen schlechten Tag erwischt. Man
kann ihm die Niederlage nicht alleine vorwerfen. Der Präsident hat
das wohl eher so gemeint, dass einige Spieler den Ernst der Lage
nicht erkennen. Wir müssen einige Spieler aufwecken. Es ist keine
Selbstverständlichkeit, im Nationalteam zu spielen, sondern eine
Ehre. Ich werde meinen Teil dazu beitragen und jeden in die Pflicht
nehmen. Auch mich selbst."
Features
Fakten
Ivanschitz hatte sich seine Verletzung Anfang August in einem
Testspiel gegen Lausanne zugezogen und dadurch die Länderspiele gegen
Tschechien, Japan und Chile versäumt.
Seit eineinhalb Wochen steht der Teamkapitän bei Panathinaikos wieder
voll im Mannschaftstraining.
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Emanuel PogatetzFoto © GEPA





