EM-Qualifikation für alle Schweizer
Die Schweiz trifft heute im Klagenfurter EM-Stadion auf Japan. Die Eidgenossen haben Österreich einiges voraus.

Foto © GEPASchweizer Fussball im Aufwind
Jakob "Köbi" Kuhn ist aus österreichischer Fußball-Perspektive ein durchaus beneidenswerter Mann. Während sein Kollege Josef Hickersberger derzeit nicht einmal eine halbe Elf auf die Beine stellen kann, die im weitesten Sinne mit Euro-Tauglichkeit versehen ist, darf der Schweizer Teamchef aus einer im Sommer zusammengefassten Menge von 40 Spielern wählen. "Konkurrenz belebt das Geschäft und keiner darf sich seines Platzes sicher sein. Jeder Test ist für uns ein EM-Qualifikationsspiel", meinte Kuhn auch gestern im Vorfeld der heutigen Partie in Klagenfurt gegen Japan.
Die Panne gegen Österreich.
Während der aktuelle Zustand der ÖFB-Auswahl eine würdige EM als kaum glaubwürdig erscheinen lässt, haben die Schweizer jene Phase nach der Weltmeisterschaft, in der sie sich in der Krise wähnten, überwunden. Die als besonders peinliche Panne empfundene 1:2-Niederlage gegen Österreich ist aber noch nicht vergessen. Die Wende wurde durch ein 1:1 gegen Argentinien eingeleitet und erreichte mit dem 2:1 gegen die Niederlande einen vorläufigen Höhepunkt.
Die jüngsten Ergebnisse zeigten, dass jahrelange Aufbauarbeit nicht durch einige blassere Monate gelöscht werden kann. Auf dem Weg zur gemeinsamen Euro waren die Schweizer den Österreichern stets weit mehr als einen Schritt voraus. Zuletzt hat Kuhn seiner Mannschaft eine Verjüngungskur verordnet.
"Großartiger Teamgeist".
Doch die Jugend praktiziert bereits in Europas Topligen (England, Italien, Deutschland, Spanien), teilweise bei Spitzenklubs wie etwa Senderos (Arsenal). 18 der 26 für das "Turnier der Kontinente" nominierten Kaderleute spielen im Ausland. Dazu kommt eine den Kick enorm belebende kulturelle Vielfalt. Behrami stammt aus dem Kosovo, Djourou von der Elfenbeinküste, Nkufo aus dem Kongo, Inler ist türkischer Herkunft und Fernandes wurde auf den Kapverden geboren. Und die Eidgenossen sind, sagt Salzburg-Legionär Johan Vonlanthen, eine verschworene Gemeinschaft. "Es herrscht bei uns einfach ein großartiger Teamgeist."





