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Zuletzt aktualisiert: 21.09.2007 um 14:00 Uhr

Rücktritt stand im Raum - aber Hicke bleibt

Teamchef Josef Hickersberger dachte über seinen Rücktritt nach, er ist aber überzeugt: "Nur ich kann diesen Weg fortsetzen".

Es sieht nicht so aus, aber Josef Hickersberger darf Nationaltrainer bleiben

Foto © APAEs sieht nicht so aus, aber Josef Hickersberger darf Nationaltrainer bleiben

Das Nationalteam setzt weiter auf die Jugend, Teamchef Josef Hickersberger wurde vom ÖFB-Präsidium das Vertrauen ausgesprochen - das ist das Resultat jener "Analyse", die ÖFB-Präsident Friedrich Stickler nach den enttäuschenden Testspielen gegen Japan und Chile vom Niederösterreicher gefordert hatte. Am Mittwochabend hatte "Hicke" dem Verbandschef seine Sicht der Dinge dargelegt, am Donnerstag wurde das gesamte ÖFB-Präsidium von den Vorstellungen des Teamchefs informiert.

Zu 100 Prozent. Laut Stickler steht das Führungsgremium "zu 100 Prozent" hinter dem Bekenntnis, weiterhin auf junge Spieler zu setzen. Der ÖFB unterstütze das Konzept der Verjüngung. "Es gibt keine Trendumkehr und es wird zu keinen radikalen Schnitten kommen", betonte Stickler. Er habe von Hickersberger eine "sehr profunde, tiefgreifende und nicht in jedem Bereich angenehme Analyse" bekommen, so der ÖFB-Boss. Nun ist für Stickler auch die zuletzt aufgekommene Trainer-Diskussion erledigt. "Das Präsidium geht davon aus, dass der Teamchef bei der EURO 2008 Josef Hickersberger heißt."

Fakten

Der Countdown Richtung EURO 2008 geht fürs ÖFB-Team am 13. Oktober (20:30 Uhr) weiter, in Zürich steht das Duell mit dem EM-Mitveranstalter Schweiz auf dem Programm.

Kein Blatt Papier. Es werde aber nicht alles beim alten bleiben, versicherte der ÖFB-Präsident. "Es gibt die Forderung an die Spieler, eine entsprechende Änderungs-Bereitschaft zu zeigen." Mit öffentlicher Schelte für Spieler wie zuletzt für Roland Linz ist künftig aber nicht mehr zu rechnen. Von seiner Seite hätte es niemals den Versuch gegeben, in die Kaderzusammenstellung von Hickersberger einzugreifen. "Der Teamchef ist absolut frei, wen er einberuft. Für sportliche Belange ist ausschließlich der Teamchef zuständig", erklärte Stickler und ergänzte: "Zwischen dem Teamchef, mir und dem Präsidium passt kein Blatt Papier."

Philosophie. Hickersberger selbst bleibt seiner Philosophie treu. "Es gibt nur einen Weg für mich, und der ist, den Verjüngungsprozess fortzusetzen." Dem Comeback von arrivierten Kickern wie Ivica Vastic erteilte Hicke eine Absage. "Es gibt keine Rückkehr zu den 'Super-Oldies'. Dieser Fehler wurde in Österreich schon mehrmals gemacht, zuletzt auch in der WM-Qualifikation für 2006. Auch die damals wirklich besten Spieler haben die Qualifikation nicht geschafft, sollen wir jetzt noch einmal den gleichen Fehler machen?", fragte Hickersberger.

Rücktrittsgedanken. Hickersberger gab zu, sich zuletzt über einen möglichen Rücktritt Gedanken gemacht zu haben. "Natürlich habe ich über diese Möglichkeit nachgedacht. Aber ich bin felsenfest davon überzeugt, diesen Weg fortzusetzen, und nur ich kann diesen Weg mit den Jungen fortsetzen, weil es ein anderer nicht machen würde."

Fehlende Leistungsträger. Sein Vertrauen in die Jung-Kicker sei nur "von den Wenigsten" missbraucht worden. Die jüngsten schlechten Leistungen seien auch auf das Fehlen von Kickern wie Martin Stranzl oder Andreas Ivanschitz zurückzuführen. "Es sind viele wichtige Spieler verletzt ausgefallen, und die anderen konnten das nicht kompensieren."

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