ATV verzichtet endgültig auf Übertragungsrechte der EURO 2008
Der Privatsender ATV hat definitiv kein Interesse an einer Übertragung der Fußball-Europameisterschaft 2008. Die UEFA will weiterhin 18 Millionen Euro vom ORF.

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Der Privatsender ATV hat definitiv kein Interesse an
einer Übertragung der Fußball-Europameisterschaft 2008. Dies wurde am
Mittwoch bei einem Treffen von ATV-Mehrheitsgesellschafter Herbert
Kloiber und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz klar. Die beiden
Senderchefs besprachen im Wiener Hotel Sacher aktuelle Medienthemen.
Auf Nachfrage der APA - Austria Presse Agentur erklärte Kloiber im
Anschluss an das Meeting: "Wir haben kein Interesse an der EURO 2008,
ATV ist aus dem Rennen." ATV habe um die Rechte mitgeboten, bei der
ersten UEFA-Auswertung aber "den Kürzeren" gezogen. "Damit ist unser
Angebot null und nichtig und wird auch nicht erneuert", so Kloiber.
Angebot.
ATV hatte für die Übertragungsrechte an dem Fußball-Großereignis
in der Schweiz und in Österreich ursprünglich ein Angebot im Wert von
rund 18 Millionen Euro vorgelegt. Der Privatsender bewegte sich damit
in der Größenordnung des öffentlich-rechtlichen ORF. Dieser soll
ebenfalls rund 18 Millionen (15 Mio. in Cash, drei Mio. in Form von
Dienstleistungen) für die EURO-Rechte geboten haben. Hatte sich die
UEFA anfangs für den ORF entschieden, kamen die Verhandlungen zuletzt
ins Stocken. Die im Auftrag der UEFA vermittelnde Sportrechteagentur
Sportfive stellte offenbar im Rahmen der Vertragsverhandlungen nicht
marktübliche Bedingungen, war aus dem ORF-Umfeld zu hören.
Schweizer Fernsehen.
Für die Übertragung der Fußball-Europameisterschaft 2004 in
Portugal hatte der ORF fünf Millionen Euro an die UEFA überwiesen.
Nachdem zuletzt das Schweizer Fernsehen die Übertragungsrechte für
die EURO 2008 um umgerechnet sieben Millionen Euro erstanden hat,
will es der ORF nun ebenfalls billiger haben. Der endgültige Ausstieg
von ATV könnte die Verhandlungsposition des ORF, der damit als
einziger ernst zu nehmender Free-TV-Partner übrig bleibt, jedenfalls
deutlich verbessern.
Keine Äußerung von Wrabetz.
ORF-Chef Wrabetz wollte sich zu den laufenden
Vertragsverhandlungen nicht näher äußern. "Wir reden mit der UEFA und
werden so rasch wie möglich versuchen, zu einer Lösung zu kommen."
Wrabetz ließ aber durchklingen, dass der ORF nicht bereit ist, die
von der UEFA geforderten 18 Millionen zu zahlen. "Wir sollen
einerseits Promotion machen und für gute EM-Stimmung in Österreich
sorgen, andererseits erhalten wir schlechtere Bedingungen als das
Schweizer Fernsehen." Den ursprünglich geplanten ORF-Schwerpunkt zur
EURO, der ab 7. Juni, ein Jahr vor der Fußball-Europameisterschaft,
hätte starten und für entsprechendes EM-Feeling in Österreich hätte
sorgen sollen, wurde übrigens bis zur Klärung der Rechtefrage
gestoppt.
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ORF-Chef WrabetzFoto © APA
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ATV-Mehrheitsgesellschafter Herbert KloiberFoto © APA





