Ein dickes Lob des Präsidenten und eine scharfe Warnung
Uefa-Chef Michel Platini streute Österreich- Schweiz Blumen. Ukraine/Polen 2012 wackelt.

Foto © APAUEFA-Präsident Michel Platini
Sie kamen gut weg, die Veranstalter. Seht gut sogar. Würde die Bilanz des Uefa-Präsidenten als Zeugnis ausgewiesen, wäre als Schlussfolgerung herauszulesen: Österreich und die Schweiz haben die Euro-Prüfung mit Auszeichnung bestanden. Michel Platini hatte so gut wie nichts auszusetzen an den Organisatoren.
Das erste Großevent.
"Es waren zwei außergewöhnliche Länder, die geholfen haben, diese EM mit zu organisieren. "Sie sehen einen glücklichen Präsidenten", meinte der Franzose gestern in Wien. Der "Geist des Turniers" sei ausgezeichnet gewesen. Platini, sehr diplomatisch, konnte offenbar gar nicht anders. Schließlich ist dieses heute zu Ende gehende Mega-Fußballevent die erste Großveranstaltung unter seiner Amtsführung. Für das Sportliche, das Platini in seiner Botschaft zuerst nannte, waren Österreicher und Schweizer freilich weniger verantwortlich. Die Spieler und Trainer, erklärte er nämlich, hätten der Welt ein positives Image vermittelt.
Gewinnsteigerung.
Ganz nebenbei wurde die Euro auch ein finanzieller Erfolg, wie Geschäftsführer David Tayler verlautbarte. Der Nettogewinn für die Uefa würde um fünf Prozent höher liegen als vor vier Jahren in Portugal. Die Einnahmen liegen bei 1,3 Milliarden Euro, 60 Prozent stammen aus TV-Geldern, 21 aus dem Marketing. Der Gewinn wird, laut Taylor, wieder an die 53 Mitgliederverbände weitergegeben.
Sendeausfall.
Dass nicht alles reibungslos verlaufen ist, wurde bei dieser Gelegenheit lediglich gestreift, der 18-minütige Sendeausfall im Halbfinalspiel zwischen Deutschland und der Türkei heruntergespielt. Die Medienorganisation, so Platini, sei "hervorragend" gewesen. "Bis vielleicht auf ein Spiel, aber das ist bekannt. Nicht zu verhindern war allerdings der Schwarzmarkt, der doch kräftiger blühte als vorausgesagt. Euro-Chef Martin Kallen verpackte es in Watte: "Das ist der Preis des Erfolgs."
Scharfe Warnung.
Eine scharfe Warnung richtete Platini dafür an die Gastgeberländer der Euro 2012, die Ukraine und Polen. "Wenn es in den Hauptstädten Warschau und Kiew keine Stadien gibt, findet die EM dort nicht statt", so der Franzose. In der kommenden Woche kommt die Uefa mit Platini auf Besuch. Im September werde entschieden. Gerüchte, wonach schon England oder Spanien im Talon verborgen seien, wies Europas Fußballboss von sich. "Es gibt keinen Plan B."





