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Zuletzt aktualisiert: 20.06.2008 um 21:17 UhrKommentare

Erste Scharmützel zwischen Fans zum heißen Spiel

Knapp 30.000 Fans waren in der Fanzone und die Ottakringer Straße wurde gesperrt.

Das heiße Matsch Kroatien gegen die Türkei in Wien hat vor Anpfiff für einige Scharmützel zwischen den Fans gesorgt. Es gab mehrere Festnahmen. In der Innenstadt klickten für drei Personen die Handschellen, zwei davon unter dem Verdacht einer Verwaltungsübertretung, der dritte wegen Körperverletzung. Nicht offiziell bestätigt wurden zwei weitere Festnahmen am Wiener Praterstern. Auch hier dürfte der Verdacht auf Körperverletzung bestehen. Gröbere Zwischenfälle gab es Freitagnachmittag aber nicht.

Festnahmen. Unbestätigten Berichten zufolge soll es sich bei den Festgenommenen um zwei Mitglieder des berüchtigten Anhangs des kroatischen Vereins Dinamo Zagreb, der sogenannten Bad Blue Boys, handeln. Polizeisprecher Christian Stella zufolge hängen zwei Festnahmen mit einer Auseinandersetzung am Nachmittag am Stephansplatz in der City zusammen. Dabei soll es Verletzte gegeben haben, nachdem Flaschen geflogen waren. Eine Person schnitt sich demnach an Scherben. Außerdem soll ein Fan von einer Flasche getroffen worden sein.

Gefälschte Eintrittskarten. Laut Stella wurden am Stephansplatz außerdem sieben gefälschte Eintrittskarten für das Match im Ernst-Happel-Stadion sichergestellt. Opfer der feuchtfröhlichen Feiern wurde auch eine "lebende Statue" in der Innenstadt, die von einem betrunkenen Kroaten unabsichtlich von ihrem Sockel geworfen wurde. Friedlicher ist dagegen die Anreise ins Stadion über die Bühne gegangen. Vor allem im Bereich der Station der U-Bahnlinie 2 sammelten sich die Fans, weniger Andrang gab es vonseiten der U-Bahnlinie 3 Schlachthausgasse - wohl ob des längeren und somit ungemütlicheren Fußwegs.

Stille im Wiener Prater. Fast gespenstische Stille herrschte verglichen mit vorangegangenen Spieltagen am Nachmittag im Wiener Prater. Gähnende Leere machte sich auch beim Public Viewing in dem für 20.000 Fans ausgelegten Hanappi-Stadion breit. Zum Spielbeginn hatten sich gerade mal rund 550 Zuseher in die Rapid-Spielstätte verlaufen. Vier davon waren aus Angst vor der kroatischen "Übermacht" dorthin "geflüchtet". "Wir haben zu wenige Türken in der Stadt gesehen und Angst vor den Kroaten bekommen, deswegen sind wir jetzt hier", sagte einer der Türkei-Anhänger. Noch ausreichend Platz war auch in der rund 70.000 Personen fassende Fanzone vorhanden. Kurz vor Anpfiff wurden 27.397 Besucher gezählt.

Ottakringer Straße gesperrt. Angesichts des doppelten Andrangs sowohl türkischer als auch kroatischer Anhänger dürfte die seit etwa 18.00 Uhr gesperrte Ottakringer Straße bis in die Morgenstunden für den Verkehr unpassierbar bleiben. Dort haben sich schon den ganzen Tag die Fußballfans für die heutige Feier - ob in rot oder kariert - aufgewärmt. Kroatische Fans hatten unter anderem eine etwa drei Mal acht Meter große Flagge aufgerollt und kurzfristig die Straßenbahngleise blockiert. Später wechselten sie auf die Richtungsfahrbahn stadtauswärts. Für einen Stau sorgten sie dennoch nicht: Pkw wurden einfach durchgewunken.


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