Aufregung um deutsch-österreichischen Zungenkuss
Das Werbesujet "Life is a Game!" sei nicht vorbildhaft für Kinder und wurde deshalb vom Werberat verurteilt.

Foto © APAEin "plakativer Zungenkuss" erregt die Gemüter
Einen Tag nachdem Deutschland Österreich aus der
Fußball-Europameisterschaft geschossen hat, sorgt ein Zungenkuss
zwischen einem Deutschen und einer Österreicherin für Aufregung. Der
Kuss der beiden mit Flaggen bemalten Fußballfans ist Motiv einer
Plakatkampagne des Glücksspiel-Anbieters bet-at-home.com, die beim
Österreichischen Werberat (ÖWR) in Ungnade gefallen ist. Das
Selbstkontrollgremium der heimischen Werbewirtschaft hat die Firma am Dienstag zum "sofortigen Stopp" der Kampagne aufgerufen.
Keine Vorbildfunktion. Grund für Aburteilung: Der Werberat vermisst bei dem Sujet "Life
is a Game!" Vorbildfunktion und soziale Verantwortung gegenüber
Kindern. "Gerade Werbung im öffentlichen Raum hat auch auf die
Zielgruppe der Kinder, auf deren Reife und Lebenserfahrung, Rücksicht
zu nehmen", heißt es in der am Dienstag veröffentlichten
Urteilsbegründung. Weiters weist der Werberat darauf hin, dass solche
Darstellungen "ungewollte Nachahmeeffekte hervorrufen können".
Beschwerden. Auf der Homepage des Gremiums finden sich zahlreiche Beschwerden
über die Kampagne, in denen sich Bürger über die "Aufdringlichkeit"
und die "sexististische Darstellung" sowie mangelnden Respekt Kindern
gegenüber beklagen. Laut der Entscheidung des ÖWR widerspricht das
Sujet den ethischen Grundsätzen der Werbung.





