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Zuletzt aktualisiert: 14.06.2008 um 20:33 UhrKommentare

2500 Polizisten greifen zu: Das große Essen

Die sicherste Eishalle Österreichs liegt in die Fußball-EM-Stadt Klagenfurt.

Ganz Kärnten redet von Fußball. Eishockey ist total im Abseits. Dabei wird die Klagenfurter Eishalle nie wieder so sicher sein wie jetzt. Kein Scherz. Tausende Polizisten beschützen derzeit die Eishockeysportstätte - und vor allem das, was drin ist: Essen. Ganze Berge von Essen, um genau zu sein. Denn der unauffällige Betonklotz am Klagenfurter Stadtrand ist eine wichtigsten Versorgungsstellen für Polizisten aus Deutschland, Österreich, Polen und Kroatien. Der Duft von Würstel und Kotelett liegt in der Luft. Die Eishockeyhalle "kocht" - wie das Wörthersee-Stadion am Spieleabend.

Bis zu 3000 Leute. "Wir müssen 2500 bis 3000 Leute versorgen. Neben der Eishalle sind für die Polizei drei Bundesheerküchen und zwei Polizeiküchen im EM-Einsatz", sagt Harald Thomaschitz, der Oberlosgistiker der Polizei. Überall matchen sich Nudelgerichte mit Fleisch-Speisen "So etwas gab es in Österreich noch nie. Es gab noch keine Großveranstaltung, bei der so viele Einsatzkräfte über so einen langen Zeitraum hinweg versorgt werden mussten", weiß Thomaschitz. "Beim Bush-Besuch in Wien waren zwar ähnlich viel Polizisten im Einsatz. Aber nur für drei Tage. Wir müssen diese logistische Herausforderung etwa zwei Wochen lang durchziehen." An den stärksten Tagen müssen in Kärnten bis zu 7000 Essensportionen ausgegeben werden. Zum Teil rund um die Uhr, weil ja auch rund um die Uhr Dienst geschoben wird. Und arbeiten macht hungrig. Das ist so sicher wie die Angst des Tormanns vor'm Elfmeter.

Kostprobe gefällig? Allein in der Dienstküche Klagenfurt werden in zehn Tagen 300 Kilo Kartoffel, 200 Kilo Rindfleisch und 400 Stück Salat vergessen.

"Hallenwirt." Weil die Polizeiköche nicht alles alleine schaffen, kocht in der Messehalle dder "Hallenwirt" auf. Der erfüllte den Deutschen einen großen Wunsch. "Er kochte einmal Kaiserschmarrn. Alle waren begeistert", sagt XX Kaps, der Teamchef der Messehalle. Verdursten muss hier natürlich auch niemand. "Da drüben ist unser Mineralwasser-Lager", sagt Thomaschitz und deutet stolz auf eine ganze Straße von weißen Kühlcontainern im hinteren Ende der Eishalle. Aha, so sieht es also aus, wenn 340.000 Halbliter-Flaschen Mineralwasser zu kühlen sind. Na, Prost. Schon wieder fährt ein LKW-Zug voll mit Mineralwasser-Palletten vor.

Großes Kommen und Gehen. Zeitgleich kommen Scharen von Polizisten - essen - und gehen wieder. Dann kommen die nächsten - essen - gehen wieder. So gehts den ganzen Tag. "Die Eishalle ist der Rückzugsort der Polizsiten, da werden wir einmal nicht von Fans fotografiert oder von Bürgern beobachtet", sagt ein Beamter während er genüsslich ein paar Spaghetti auf seine Gabel dreht. Er hat sozusagen Halbzeit. Zum Drüberstreuen serviert Oberlogistiker Thomaschitz noch ein paar Zahlen. "900.000 Euro haben wir für die Unterbringung der ERinmsatzkräfte in Kärnten ausgegeben. Eine Million Euro für die Lebensmittel - alle von heimischen Betrieben. Und noch einmal 500.000 für andere Anschaffungen wie Bänke, Zelte." Oder die Putzerei. Die Klagenfurter Wäschreinigung Kolland muss während der EM die Uniformen und Wäschestücke aller 3000 Polizisten reinigen. "Das größte Kunststück ist, dass jeder Beamte auch seine Wäsche zurück bekommt." Die Putzerei Kolland muss jeden dritten Tag 3000 Uniform-Garnituren reinigen. Bis zum Ende der EM - immer wieder, immer wieder.... immer wieder.

MANUELA KALSER

Kosten

Fürs Essen wurden laut Harald Thomaschitz, Logistik-Chef der Polizei, eine Million Euro budgetiert. "Die Lebensmittel kommen aus heimischen Betrieben." 900.000 Euro kosten die Unterkünfte der Beamten. Teilweise wurden ganze Hotels angemietet. "Dazu kommen 500.000 Euro für Anschaffungen wie Bänke und Tische und so."

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