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    Zuletzt aktualisiert: 06.05.2008 um 20:43 Uhr

    Für den Frauenhandel gibt's die Rote Karte

    Experten schlagen Alarm: Bei der Euro 2008 wird auch die Zwangsprostitution blühen. Eine Aufklärungskampagne soll potenzielle Freier zum Umdenken bewegen.

    Foto © GEPA

    Der Countdown läuft: Noch ein Monat bis zur Euro. Wie bereits bei der Fußball-WM in Deutschland wird aber nicht nur mit einem Ansturm begeisterter Fans gerechnet, sondern auch das Rotlichtmilieu rüstet für das sportliche Großereignis. Denn Massensport und horizontales Gewerbe sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Das behauptet jedenfalls Corinna Milborn, Co-Autorin des soeben erschienenen Buches "Ware Frau": "Es wäre eine Illusion, zu glauben, dass, wo Zehntausende Männer zusammenkommen, nicht auch die illegale Prostitution ansteigt."

    Keine Zahlen. Zahlen will Milborn der Kleinen Zeitung keine nennen. Grob geschätzt sei aber damit zu rechnen, dass während der Euro ungefähr zehn Prozent mehr Prostituierte als üblich ihrem Geschäft nachgehen. Milborn: "Die Bordellbesitzer haben sich längst auf die steigende Nachfrage eingestellt." Der Großteil der Frauen komme aus Osteuropa, wobei die Grenzen zwischen freiwilliger Prostitution und Menschenhandel fließend seien: Milborn: "Ich verstehe nicht, warum das in Österreich kein Thema ist."Das Problem ist uns bewusst und wir werden darauf reagieren", verspricht Sport-Staatssekretär Reinhold Lopatka.

    Kampagne.Eine Reaktion gibt es schon, und zwar aus Brüssel. Dort hat sich die Europaabgeordnete Christa Prets (SPÖ) mit gleichgesinnten EU-Parlamentarierinnen zusammengetan und macht sich für die Neuauflage der Kampagne "Rote Karte gegen die Zwangsprostitution" stark. Wie schon bei der Fußball-WM in Deutschland vor zwei Jahren sollen potenzielle Freier während der Europameisterschaft mit Foldern vor den Stadien, in Lokalen und an öffentlichen Plätzen auf den schmutzigen Handel mit Frauen aufmerksam gemacht werden. Prets: "Es geht nicht darum, Prostitution zu verbieten. Das wäre scheinheilig und würde nichts nutzen." Stattdessen fordert Prets Fairplay nicht nur am Rasen, sondern auch in den Bordellen: "Klare Regeln für die Sexualarbeiterinnen und Opferschutz, zugleich aber ein strenges Vorgehen gegen den immer brutaleren Frauenhandel!"

    STEFAN WINKLER

    Menschenhandel

    Von den ungefähr 600.000 bis 800.000 Menschen, die jedes Jahr Opfer des Menschenhandels über internationale Grenzen hinweg werden, sind rund 80 Prozent Frauen und Mädchen und bis zu 50 Prozent Minderjährige. Die Opfer, darunter auch Buben, werden immer jünger.

    Frauenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung hat viele Ursachen, darunter die hohe Arbeitslosenrate in den Ursprungsländern und vor allem der Umstand, dass Armut zum überragenden Teil noch immer weiblich ist.

    Folgende Taten im Zusammenhang mit Frauenhandel sind in Österreich strafbar: Sex gegen Entgelt mit Personen unter dem 18. Lebensjahr (Minderjährige), entgeltliche Vermittlung von Sex mit Minderjährigen, Förderung der Prostitution und pornographischer Darbietungen Minderjähriger, grenzüberschreitender Prostitutionshandel, Menschenhandel und Schlepperei.

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