Eine Premiere mit Schönheitsfehlern
Die Kleine Zeitung sah fern. Fußball, versteht sich. Und da das Ballgeschiebe des Königsgeschlechts neuerdings auf Puls 4 zu sehen ist, schreiben wir dieses Mal auch darüber. Zwei Meinungen zum Auftakt der Champions League – ganz ohne Schneckerl.

Foto © Puls 4Champions-League-Premiere auf Puls 4
Man muss nicht immer auf die Kleinen schimpfen - Puls 4 hat den Champions-League-Auftakt nämlich mit Anstand gemeistert. Lockerheit dominierte, auf das Studio kann man ruhig stolz sein. Ein Frenkie Schinkels tut immer gut, Reiner Calmund spielt seine Schmäh-Rolle in gewohnter Manier, Christian Nehiba ist als Moderator ein abgebrühter Hase. Und mit Kommentator Michael Gigerl präsentierte sich eine willkommene, weil gute Abwechslung zu Thomas König und Co.
Was die Stimmung allerdings trübte: Kein ernstes Analyse-Wort über die Taktik der Teams. Der als Comedy getarnte, aber humorfreie "Champions-Freak"-Beitrag - ein "normaler" Vorbericht reicht auch. Und mehr als verzichtbar das brutalste Foul des Abends: das zwanghafte "Social-Web"-Gezwitschere ohne wahren Erkenntnisgewinn.
Ab Anpfiff war alles gut – Kommentar Michael Gigerl hatte nichts mit der königlichen Narkolepsie des ORF gemein und schilderte das Geschehen auf dem Platz mit der richtigen Mischung aus Objektivität und Emotion. Auch der Fußballgott hatte Erbarmen mit dem Einstand von Puls 4 und ließ auf 45 Minuten höllische Langeweile einen himmlischen Torreigen folgen. Erstaunlicher aber, was nicht zu sehen war: Die Bayern. Der ORF, Medienstelle des bajuwarischen Ballgeschiebes, hätte eine Partie wie Real gegen City nie gezeigt. Stattdessen eher: Anderlecht, daheim. Natürlich gegen: Die B-Elf der Bayern. 0:0.
Auf dem Platz ist auf dem Platz, heißt es. Dabei bleibt es künftig auch: Die Vorberichterstattung war nicht der Rede wert. Das schöne Studio reißt nicht raus, was die bemüht gekünstelte Social-Media-Einbindung und der unlustige Vorbericht an Chancen vergeben. Kurz ertappte man sich bei der Sehnsucht nach der konservativen Konstante im TV-Fußball: Herbert Prohaska.
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Top-Quoten für Puls 4
Puls 4 freut sich über die drittstärkste Reichweite in der Sendergeschichte: 315.000 Zuseher sahen am ersten Tag der Champions-League-Gruppenphase zu.



















