Didier Drogba, Fußballstar, im Porträt
Champions-League-Sieger Didier Drogba ist ein afrikanisches Idol.

Foto © APADidier Drogba
Der Mann gehört zu jener Spezies, die nicht auftritt, sondern erscheint. Das ist nicht Teil des Spiels, sondern ein Output der Natur. Der Fußball bietet Didier Drogba die große Bühne, aber er missbraucht sie nicht für den Eigennutz, der trotzdem dazugehört. Das Gemeinwohl geht für den hochbegabten Individualisten über alles, weil er es tatsächlich lebt.
In der Elfenbeinküste geboren, wurde Didier im Alter von fünf Jahren von seinen Eltern nach Frankreich entsandt, zu einem Onkel, der ihn nicht nur einer höheren Bildung, sondern auch dem Fußballfach näherbrachte. Drogba arbeitete sich hoch, von einem Viertligisten (Levallois) bis hinauf zu Olympique Marseille. In diesen französischen Jahren sorgte er für Furore und erlangte dabei den Status eines Volkshelden, besonders in seiner Heimat, noch ehe er - angeblich gegen seinen Willen - an den Oligarchen-Klub Chelsea verkauft wurde. Aber er nützte die Gelegenheit für seine Zwecke, ohne seine Ideale aufs Spiel zu setzen.
Denn Drogba ist zwar auch französischer Staatsbürger, aber in erster Linie ist er Afrikaner und damit fühlt er sich verpflichtet, seinem Volk zu helfen. Dies äußert sich in einem Großprojekt der besonderen Art, denn Drogba lässt in seinem Geburtsort Abidjan, der mit 4,3 Millionen Einwohnern größten Stadt der Elfenbeinküste, u. a. ein Krankenhaus errichten. "Mit ihm kann man in jeden Krieg ziehen", sagte einst Startrainer José Mourinho, der Drogba zu Chelsea geholt hatte, dabei ist er ein Friedensstifter. Die erfolgreiche WM-Qualifikation für Deutschland 2006 veranlasste Drogba, dem von Uneingeweihten oft vorgeworfen wird, auf dem Platz den sterbenden Schwan zu mimen, zu einem Kniefall der besonderen Art. Die Kamera fing ihn ein und strahlte eine Botschaft aus, in welcher der Fußballer die Bürgerkriegsparteien seines Landes anflehte, die Kampfhandlungen einzustellen. Sie gehorchten.
Spätestens seither heißt es, dass Drogba, Vater von drei Kindern, mindestens Präsident der Elfenbeinküste werden könnte. Die Popularität ist unbeschreiblich. Und nun hat er mit der Champions League auch einen großen Titel.
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