Das Finale hat Alaba schon hinter sich
David Alaba, das 19-jährige Ausnahmetalent des FC Bayern, hadert nicht mit dem Schicksal, am Samstag im Finale nicht dabei sein zu können und denkt schon an die Zukunft.

Foto © GEPADavid Alaba
Der Junge könnte richtig heiß sein auf Gott und die Fußballwelt, doch der ärgste Verdruss ist verdampft. Und es ist trotzdem keine Abgebrühtheit, die David Alaba mitnimmt in dieses Finale, das ohne den jungen Österreicher ablaufen wird. Dafür wirkt der 19-Jährige zu bodenständig, dem Leben verhaftet. Schließlich hat die Zukunft gerade erst begonnen.
Und so hat er gleich im Halbfinale, das ihm so übel mitgespielt hat, das Endspiel vorweggenommen. Im Bewusstsein, das Endspiel zu verpassen, "habe ich mir gedacht, ich mache mir halt jetzt mein eigenes Finale." Es war im noch kurzen Fußballdasein das Spiel seines bisherigen Lebens. Die Leistung nach der Verwarnung war überragend, der Elfer in der Entscheidung kein Problem. "Ich habe versucht, mich nicht selbst verrückt zu machen." Das ist grandios gelungen.
Alaba muss am Samstag verzichten, aber er steht trotzdem mittendrin. Das zeigt sich auch im Training, das er voll mitmacht, warum auch nicht? Bei den Bayern geht es immer um etwas. Natürlich muss sich der auf der Talentebörse mittlerweile höchst gehandelte Jungkicker gegen Chelsea auf seine Kollegen verlassen, aber das tut er, zumindest verbal. "Wir sind stark genug, um die Champions League zu gewinnen. Das haben wir, glaube ich, bewiesen." Natürlich sei der Druck hoch, "aber damit kann in diesem Verein jeder umgehen."
Seinen eigenen Weg lässt David Alaba, so ist zwischen den Zeilen herauszuhören, auf sich zukommen. Der FC Barcelona soll angefragt haben. "Mit mir hat noch niemand gesprochen." Ein Vereinswechsel steht daher nicht zur Debatte. Außerdem habe er, ein Muster an Demut im Auftreten, trotz persönlich beobachteter Weiterentwicklung, noch sehr viel zu lernen.
Auch die Nationalmannschaft hat das jüngste Objekt internationaler Schwärmerei, ungeachtet der Lobeshymnen und Bestbewertungen, nicht aus den Augen verloren. "Ich freue mich schon auf das österreichische Team. Es ist eine große Ehre, für mein Land zu spielen." Bald stehen Testpartien an und ab dem Spätsommer folgt dann die WM-Qualifikation, zum Beispiel gegen Deutschland und damit viele seiner Klubkollegen beim FC Bayern.


















