David Alaba auf seinem Weg nach ganz oben
Markus Schopp über die tolle Saison von Österreichs Jung-Star David Alaba.

Foto © GEPA David Alaba ist am Samstag Zuseher
David Alaba kann nach der heurigen Saison wirklich stolz auf sich sein. Er muss beim Champions-League-Finale zwar auf der Tribüne sitzen, aber er hat sich in dieser Saison nicht nur einen Fixplatz bei den Bayern erkämpft, er hat es sogar geschafft, zu einem unverzichtbaren Teil der Mannschaft zu werden. Und das noch dazu auf einer Position, die nicht gerade als seine liebste gilt. Anders ausgedrückt: Sein Fehlen hinterlässt eine große Lücke in der Bayern-Abwehr.
Schon Trainerlegende Louis van Gaal hatte das große Talent von Alaba erkannt und ihm eine große Zukunft als linker Außenverteidiger prophezeit. Jupp Heynkes, der aktuelle Bayern-Trainer, setzt dieses Projekt nun fort. David profitiert von seiner Spielintelligenz, seinen technisch-taktischen Voraussetzungen, seiner Schnelligkeit. Und speziell von seiner Grundeinstellung und seiner Art, Dinge anzugehen. Die positionsspezifische Flexibilität eines Spielers wird im modernen Fußball ein immer wichtigeres Beurteilungskriterium. David hat sich mit seinen Leistungen beim FC Bayern auch in den Fokus vieler internationaler Topklubs gebracht. Sogar der FC Barcelona soll ja ein Auge auf den Österreicher geworfen haben. Grund dafür ist aber auch der Mangel an wirklich gut und modern offensiv ausgebildeten Außenverteidigern in Europa. Es ist kein Zufall, dass die besten Außenverteidiger größtenteils aus Südamerika stammen. Dort werden die Aufgaben speziell auf dieser Position anders definiert und die Spieler dementsprechend ausgebildet. In penibler Detailarbeit werden taktische Schemen und Bewegungsmuster in unterschiedlichen Organisationsformen mit den persönlichen Eigenschaften des Spielers in Einklang gebracht. Dadurch können sich Außenspieler entwickeln, die sowohl offensiv gestaltend und torgefährlich, als auch defensiv variabel einsetzbar sind.
David Alaba bringt tatsächlich alles für eine Traumkarriere mit, die ihn garantiert zu den besten Klubs der Welt führen wird. Er spielt ja bereits bei seinem Traumklub, dem FC Bayern München, der am Samstag gegen Chelsea um die begehrteste Vereinstrophäe spielt. Diesmal werde ich zu den Bayern halten. Denn ich möchte das freudestrahlende Gesicht von David sehen, wenn er den Pokal in den Himmel stemmen darf. Obwohl er nicht mitspielt.
Features
Zur Person
Markus Schopp (38), spielte für Sturm, Hamburger SV, Brescia, Salzburg und New York Red Bulls.






















