Die Gründe, warum Torres ein Bankerlsitzer ist

Foto © APFernando Torres
Wenn Chelsea am Dienstag auf Barcelona trifft, werden die Fans auch wieder Fernando Torres suchen und sich fragen: Findet er endlich zu seiner alten Form als Torjäger zurück? Vorausgesetzt, dass er überhaupt spielt. Torres, im Jänner 2011 für 58 Millionen Euro von Liverpool zu Chelsea geholt, spielt nämlich weit unter den Erwartungen. Mickrige acht Tore sind ihm bisher gelungen - und diese magere Ausbeute wirft die Frage auf, von welchen Faktoren es abhängt, damit ein Spieler sein volles Potenzial abrufen kann?
Entscheidend ist schon der Transfer an sich. Die hohe Transfersumme kann belastend sein. Der Druck, herausragende Leistungen bringen zu müssen, steigt mit der Höhe des Marktwertes. Außerdem hat Klubchef Roman Abramowitsch den Transfer im Alleingang abgewickelt. Trainer Ancelotti war kein wirklicher Befürworter.
Auch die Mentalität eines Spielers ist entscheidend für die Entwicklung. Spanische Fußballer wollen den persönlichen Austausch mit dem Trainer. Kritik vor der Mannschaft ist für sie inakzeptabel. Dies wäre eine Erklärung für den Erfolg, den Torres zuvor bei Liverpool hatte. Unter dem Spanier Rafael Benitez spielte Torres in Hochform. Bei Chelsea hat er jetzt schon den dritten Trainer. Weder der italienische Taktikfuchs Carlo Ancelotti noch der Portugiese André Villas-Boas haben es geschafft, das Potenzial von Torres zu aktivieren und ihn in das System zu integrieren.
Erst unter Interimstrainer Roberto DiMatteo kam Torres zurück und dankte es mit einem tollen Spiel im Viertelfinale gegen Lissabon. Gegen Barcelona saß er letzte Woche wieder nur auf der Bank - weil Chelsea aus einer stabilen Abwehr heraus agieren musste und auf Konter setzte. Dafür ist Didier Drogba besser geeignet, Torres wurde der Taktik geopfert. Ist Drogba fit, schaut Torres am Dienstag zu.
Am Verlauf der Karriere von Torres erkennt man, dass selbst so herausragende Spieler von Faktoren abhängig sind, die sie nicht immer selbst beeinflussen können. Talent ist Voraussetzung. Aber es gehört auch immer das passende Umfeld dazu.
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Zur Person
Markus Schopp (38) spielte für Sturm, Hamburger SV, Brescia, Salzburg und New York Red Bulls.


















