Bayern mit starkem Signal an Europa
Bei den Bayern herrscht Hochstimmung. Nach zehn Pflichtspielsiegen in Serie und 28:0-Toren sehen sich die Deutschen nach dem Heimsieg gegen ManCity 235 Tage vor dem CL-Finale in München auf dem besten Weg.

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"Manchester City hat gezeigt, dass es eine Spitzenmannschaft ist, und unsere Mannschaft hat eindeutig bewiesen, dass sie im Moment auch eine Spitzenmannschaft ist", sagte Präsident Uli Hoeneß stolz.
Neben den Bayern feierte auch Real Madrid (3:0 gegen Ajax Amsterdam) den zweiten Sieg, während die beiden derzeit in England dominierenden Clubs aus Manchester noch ohne Sieg dastehen. City hält bei einem Zähler, United nach einem 3:3 zu Hause gegen den FC Basel bei zwei Punkten.
Titel sollen in diesem Jahr unbedingt her, am liebsten natürlich der am 19. Mai 2012 in der Königsklasse. "Wir müssen dieses Jahr die Pokale holen. Da sind wir auf einem guten Weg - aber wir haben noch keinen einzigen", sagte Mario Gomez. Als Meister der Effektivität traf der Teamstürmer gleich zweimal (38., 45.+1). Zwölf Tore in elf Pflichtspielen lautet nunmehr seine Trefferbilanz. Ähnlich beeindruckend die Zahlen für Torhüter Manuel Neuer, der seit 928 Pflichtspielminuten ohne Gegentreffer ist. Allerdings hatten die Bayern auch Glück, dass bei zwei Attacken von Jerome Boateng kein Elfmeter gepfiffen wurde.
"Quasi schon Meister"
Nach so manchem Sparringspartner in der Bundesliga führten die überragenden Franck Ribery und Bastian Schweinsteiger die Bayern auch gegen das Schwergewicht von der Insel souverän an. Die Bayern sind sich nun bemerkenswert früh sicher, dass es zumindest zum nationalen Titel reicht. "Ich glaube, dass uns in der Bundesliga keiner gefährden kann. Wir sind auf einem guten Weg", sagte Kapitän Philipp Lahm und nahm daher schon einmal die ganz großen Clubs ins Visier. "In der Champions League gilt es dann, Barcelona, Real Madrid, Manchester United zu schlagen."
Zurückhaltend blieb Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Wir haben gute Voraussetzungen geschaffen, das Achtelfinale zu erreichen. Aber die Titel werden im Mai vergeben und nicht Ende September - also deshalb den Ball schön flach halten."
Erster Verfolger der Bayern ist nicht ManCity, sondern der SSC Napoli, der mit einem 2:0 gegen Villarreal seinen ersten Sieg in Champions League feierte. 60.000 Zuschauer im Stadion San Paolo feierten enthusiastisch die frühen Tore von Hamsik (14.) und Cavani (17./Elfmeter) und die Rückkehr der Königsklasse nach Neapel. Darauf hat Napoli 20 Jahre gewartet. Zuletzt spielte Napoli 1991 im damaligen Europacup der Meister, Regie führte damals Diego Maradona.
Auch das zweite Team aus Manchester blieb sieglos. United musste sich im heimischen Old Trafford gegen Basel (mit Österreichs Teamverteidiger Aleksandar Dragovic) trotz 2:0-Pausenführung mit einem 3:3 begnügen. Den Punkt verdankte Englands Meister und CL-Finalist der vergangenen Saison zudem erst einem Young-Treffer in der Schlussminute. "Wir waren offensiv nicht schlecht, vor allem in der ersten Halbzeit. Basel hätte in dieser aber auch drei Tore erzielen können. Willkommen in Europa!", schwankte ManU-Trainer Alex Ferguson zwischen Lob und Kritik.
Basel blamiert United in Manchester
Auch ein Österreicher gehörte zu den Schweizer Helden von Old Trafford. Aleksandar Dragovic durfte teilhaben an einer Beinahe-Sensation durch den FC Basel. Nur drei Minuten trennten die Eidgenossen von einem Triumph über Manchester United, das erst durch ein Tor von Ashley Young in der 90. Minute wenigstens noch ein 3:3 gerettet hatte. Nach dem 0:2 glaubte der Verteidiger, wie so manch anderer, dass schon alles verloren sei. Es kam jedoch ganz anders. Alexander Frei, der Routinier und Produzent von zwei Toren, umschrieb das Ereignis so, wie es auch wohl so mancher Engländer betrachtet hatte. "Das ist ja fast verrückt." Auf jeden Fall war es eine ver-rückte Fußballwelt, die sich in der "Theater der Träume" genannten Arena von Old Trafford dem FC Basel im Champions-League-Duell mit Manchester United eröffnet hatte. "Wenn du 0:2 hinten liegst, hast du zwei Optionen. Entweder du rappelst dich noch einmal auf oder du gehst unter. Wir haben uns für Ersteres entschieden. Auch der Trainer hat noch daran geglaubt", so Frei. Der Angesprochene, Thorsten Fink, zu Beginn seiner Trainerkarriere bei den Salzburg Juniors im Einsatz, hatte gegen United schon viel Schlimmeres erlebt. Er stand in jener Bayern-Elf, die 1999 das Champions-League-Finale in der Nachspielzeit verlor. Er blieb auf dem Boden. "Ein 3:3 im ,Theater der Träume' ist ein schönes Resultat, aber wenn ich schon hätte träumen dürfen, hätte ich von einem Sieg geträumt. Dass wir davon nicht weit entfernt waren, freut mich riesig", so der Deutsche. United-Trainer Alex Ferguson betrachtet das Ergebnis als "Weckruf" zur rechten Zeit. "Wir waren viel zu sorglos. Wenigstens haben wir in der zweiten Hälfte noch Charakter gezeigt."
Real und Lyon vor Aufstieg
In Gruppe F sind Real Madrid und Olympique Lyon (2:0 gegen Dinamo Zagreb) auf Aufstiegskurs. Für Real läuft es international derzeit besser als in der heimischen Meisterschaft. Die Stars Cristiano Ronaldo, Kaka und Karim Benzema sorgten bis zur 49. Minute für klare Verhältnisse.
In Gruppe B bleibt Trabzonspor die Überraschung. Der türkische Club, der erst durch den Ausschluss von Fenerbahce Istanbul in die Champions League gerutscht ist, holte gegen OSC Lille ein 1:1 und führt die Tabelle an. Inter Mailand meldete sich nach der Auftaktpleite mit einem 3:2 bei ZSKA Moskau zurück.















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