Ex-Austria-Boss: "Die Politik wurde falsch informiert"
Ex-Austria-Klagenfurt-Präsident Josef Loibnegger wirft dem Aufsichtsrat vor, den Verein in die Pleite getrieben zu haben.

Foto © GEPAEx-Austria-Präsident Josef Loibnegger
In einem offiziellen Gutachten werden Sie in Ihrer Funktion als Präsident von Austria Klagenfurt völlig entlastet. Warum sind Sie eigentlich zurückgetreten?
JOSEF LOIBNEGGER: Im Laufe der Zeit ist mir klar geworden, dass ich nur die Rolle des Platzhalters einnahm. Schon im August 2010 wurde in einem Gespräch der Aufsichtsräte der Name Peter Svetits ins Spiel gebracht. Offenbar war schon damals klar, dass der jetzige Präsident den Verein übernehmen würde. Der Auslöser für meinen Abgang war die Behauptung, dass unter meiner Führung das von der Stadt zugesagte Geld nicht mehr fließen würde. Es ist aber auch danach nicht geflossen.
Wäre der Konkurs zu verhindern gewesen?
LOIBNEGGER: Ja, auf jeden Fall, wenn das ausständige Geld geflossen wäre. Ich hätte dann zumindest bis Saisonende weitergemacht. Mit den Spielern hatten wir bereits vereinbart, dass sie auf ihre Prämien verzichten. Das ist dann unter meinen Nachfolgern aber nicht passiert. Daher ist dann alles in die Konkursmasse aufgenommen worden, inklusive der erfolgten Zahlungen der Stadt (700.000 Euro, Anm.). So sind die 1,1 Millionen zu erklären.
Was werfen Sie dem Aufsichtsrat vor?
LOIBNEGGER: Die Politik wurde - ich sage bewusst - vom Aufsichtsrat falsch informiert. Sie haben falsche Zahlen genannt und mich als Feindbild dargestellt, ich war aber tatsächlich nur am Fußball interessiert.
Ihr Nachfolger Matthias Dollinger hat von "Leichen im Keller" gesprochen. Wie ist das gemeint?
LOIBNEGGER: Dollinger wird von mir auf Rufmord geklagt.


















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