Ex-Austria-Spieler unter Betrugsverdacht
Fußballer (35) soll Sportbekleidung um 20.000 Euro bestellt, aber nicht bezahlt haben. Bei Prozess kamen fragwürdige Geschäftspraktiken zutage.

Foto © FotoliaJetzt ist die Justiz am Ball: Richter Oliver Kriz entscheidet, ob ein ehemaliger Austria-Fußballer kriminell oder nur blauäugig gewesen ist
Ein Spieler des Pleite-Fußballvereins SK Austria Kärnten musste sich am Mittwoch wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem unbescholtenen Mann (35) vor, im Vorjahr bei einem italienischen Hersteller Sportbekleidung im Wert von 20.000 Euro geordert zu haben - ohne diese dann zu bezahlen. Die Waren hat der Fußballer dann an die Austria Kärnten verkauft. Damit hat er einen Teil seiner Schulden bezahlen können.
Der Ex-Sportler ist sich keiner Schuld bewusst: "Ich wurde betrogen, war blauäugig, habe alles geglaubt, was man mir gesagt hat." Das Geschäft sollte über das Konto einer steirischen Firma abgewickelt werden, um so besonders gute Konditionen zu nutzen. Der Angeklagte erklärte, dass er die Zugangsdaten für das Konto von einem ehemaligen Sportmanager erhalten habe. Dieser, so der Ex-Kicker vor Gericht, wollte die Rechnung für ihn bezahlen, weil er ihm Geld schulde.
Nur erledigt wurde nichts. Der Manager - mittlerweile ist er in Konkurs und wegen Veruntreuung verurteilt - gab sich vor Richter Oliver Kriz ebenfalls als Unschuldslamm. Zugegeben hat er nur, dass er ohne Wissen des Inhabers die Zugangsdaten für das Konto weitergegeben hat. Der Kontoinhaber erschien nicht vor Gericht, er weilt auf Golfurlaub.
Selbst der Richter hatte Mühe, im Geflecht aus Möchtegern-Geschäftsmännern, undurchsichtigen und fragwürdigen Geschäftspraktiken, Firmenkonkursen und Firmen-Wiederauferstehungen den Durchblick zu behalten. Zur Entwirrung lud er weitere Zeugen und will noch mehr Unterlagen einsehen. Der Prozess wurde deshalb vertagt.
















