"Randfigur" Svetits rechnete ab
Auftritt für den ehemaligen GAK- Präsidenten Peter Svetits. Das "Opfer" im Fußballkrimi sagt, er hat weder die Millionen eines Frank Stronach unterschlagen noch Steuern hinterzogen.
Quelle © GEPA Peter Svetits stellte sich der Presse
Dichter Nebel liegt über Klagenfurt, als Peter Svetits im Wörthersee-Stadion versucht, die Nebel im GAK-Fall zu lichten. Zur Erinnerung: Der Ex-GAK-Präsident und designierte Präsident des SK Austria Klagenfurt ist einer von 26 Beschuldigten im Grazer Fußballkrimi. Ein Vorwurf: Steuerhinterziehung, Unschuldsvermutung inklusive. Nachdem er einer Ex-Angestellten - sie war über Jahre in der Buchhaltung; später belastete sie die Vereinsspitze massiv - Geld übergeben hatte, klickten die Handschellen.
Neun Tage in U-Haft ("Eine schreckliche Zeit") und ein Wochenende später betritt Svetits die Bühne. Seine Rolle: "Eine Randfigur". Er hätte der arbeitslosen Frau ("Sie hat geweint") doch nur privat helfen wollen. In Etappen; es flossen nicht mehr als 4000 Euro. "Das Geldbündel war nur 0,02 Millimeter dick". Zudem habe er nun Belege, um die Vorwürfe zu widerlegen. Am Zug ist Gerichtsgutachter Fritz Kleiner. Anklage oder nicht, soll sich Anfang 2012 entscheiden. Die heiklen Punkte:
Hinterziehung
4,5 Millionen Euro sollen beim GAK hinterzogen worden sein. "Mein Betrag liegt bei 700.000 Euro", so Svetits. Er bezweifelt die Summen, die die Polizei ermittelt hätte. Beträge würden doppelt aufscheinen. Und überhaupt: Der Verein hätte nach einer Neubewertung der Spielerrechte ohnehin kräftig Steuern nachbezahlt. Hingegen wird in Grazer Justizkreisen auf einen gültigen Bericht der Finanzbehörde verwiesen.
100-Euro-Stundenlohn
Um Licht ins Zahlen-Dunkel zu bringen, sollte die Ex-Angestellte Unterlagen durchsehen. Laut Svetits wurde das bei einem Meeting mit einem Steuerberater und Ex-Präsident Rudi Roth so vereinbart. Denn: "Sie kann das richtigstellen." Und wirklich: Die 46-Jährige hat (vor ihrer U-Haft) die Papiere gesichtet. Gegen Geld? "Die Rechnung ist noch offen", erzählt Svetits. Kommentieren wollte das ein Roth-Sprecher nicht. Jedenfalls war der Auftrag an die 46-Jährige ein Anlass für die U-Haft.
Stronachs Millionen
Frank Stronach half dem GAK in der Svetits-Amtszeit mit 20 Millionen Schilling (umgerechnet rund 1,45 Millionen Euro). Gutachter Kleiner fand aber nun den Nachweis für zehn Millionen (rund 726.000 Euro). Prompt stand der Vorwurf im Raum, Svetits hätte das Geld womöglich unterschlagen. Das wurmt den 53-Jährigen sehr. Nichts sei verheimlicht worden, hält er einen Bericht der Kleinen Zeitung in die Kameras - Titel: "Per Handschlag war der GAK um 20 Mille reicher". Laut Svetits landete das Geld auf einem Subkonto, um damit alte Rechnungen "über 22 Millionen Schilling" zu begleichen. Svetits will entsprechende Unterlagen vorlegen.
Seine Zukunft
Der "Fußballverrückte" (Zitat) muss sich noch überlegen, ob er das Präsidentenamt bei SK Austria Klagenfurt (Regionalliga) antritt. Mit der Stadt seien noch ein paar Punkte zu klären. Außerdem liegen nach der U-Haft Sponsorengelder auf Eis oder sind unsicher. Die heurige Saison sei finanziell aber abgesichert. Und das Stadion gefällt dem 53-Jährigen sowieso: "Seht euch nur die Bruchbuden in Wien an."
















