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Zuletzt aktualisiert: 16.11.2011 um 09:16 UhrKommentare

"Ein Fall von hyperaktiver Gutmütigkeit"

GAK-Affäre: Svetits will der Mitwisserin nur privat geholfen haben - mit dem Wissen einer "Gruppe". Am Mittwoch wird im Laufe des Tages über die U-Haft entschieden.

Foto © Kleine Zeitung/Hoffmann

In Verwahrungshaft saßen auch am Dienstag der ehemalige GAK-Präsident Peter Svetits sowie eine langjährige Vereinsmitarbeiterin. Die 46-Jährige hat Ende Oktober ein Bündel 500erScheine vom 53-Jährigen erhalten. Am Montag wurde sie in Graz, Svetits in Kumberg verhaftet. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Geld geflossen ist, damit die Frau ihre brisanten Aussagen über Missstände im Klub nachträglich ändert. Die Betroffenen dementieren.

Bloß der Geldbote?

500er-Scheine nicht für Prozess

Die verhaftete Angestellte (46) soll bei ihrer Einvernahme betont haben, das Geld von Peter Svetits nicht für die Schadenswiedergutmachung in ihrem eigenen Strafverfahren verwendet zu haben. Die Steirerin stand heuer wegen Untreue vor Gericht. Sie soll von ihrem damaligen Arbeitgeber rund 200.000 Euro abgezweigt haben (es handelt sich nicht um den GAK). Wenige Tage nach dem Treffen mit Svetits und der Geldübergabe auf einem Parkplatz wurde die Frau (nicht rechtskräftig) zu 24 Monaten bedingt verurteilt. Die Gründe: ein Geständnis, eine bisher "saubere Weste" und eine teilweise Schadenswiedergutmachung von rund 70.000 Euro.

Das hat nichts mit der GAK-Affäre zu tun, sagt auch Svetits aus. Eine Bestätigung der Justiz steht aus. Der Anwalt der Inhaftierten war trotz mehrmaliger Versuche für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Nach der Einvernahme stehen weitere Fragezeichen hinter der Geldübergabe. Der Ex-Präsident soll sich der 46-Jährigen gegenüber als "Vermittler einer Gruppe ausgegeben haben", bestätigt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, Hansjörg Bacher. Nachsatz: "Wir prüfen das, bewiesen ist es nicht." Auch Svetits Wiener Anwalt Andreas Öhler bestätigt Kontakte.

Schwarzgeld bei den Roten

Drei Insolvenzen hatte der GAK zu schultern, seit 2007 sind Polizei und Staatsanwaltschaft (Johannes Winklhofer) am Ball. Sachverständiger ist wie schon im Fall SK Sturm Fritz Kleiner. Ermittelt wird wegen Abgabenhinterziehung, schweren Betrugs, Untreue und der Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen. Im Gerichtsgutachten ist unter anderem von Manipulation bei Kartenerlösen, von Schwarzgeld an Spieler und Vermittler die Rede. Laut Finanz sind 4,5 Millionen Euro an Abgaben hinterzogen worden.

Mit dem Anklageentwurf ist nicht vor Jahresende zu rechnen. 2012 könnte ein Prozess über die Bühne gehen. Die Liste der Beschuldigten ist lang - es gilt die Unschuldsvermutung.

Öhler sagt, dass sein Mandant kein Schweigegeld oder dergleichen ausgehändigt hat. Svetits hätte der derzeit arbeitslosen Frau nur privat helfen wollen. Es waren keine großen Summen, sondern "Beträge von 500 bis 1500 Euro". Das hätten die Ermittler gefilmt. Ein Fall von "hyperaktiver Gutmütigkeit", so Öhler. Mit dem Strafverfahren der Frau "hat das nichts zu tun". Öhler vertritt den ehemaligen GAK-Präsidenten Peter Svetits (derzeit Chef des SK Austria Klagenfurt) "seit zehn Jahren". Die Verhaftung am Montag sei für Öhler "völlig überraschend" gekommen. "Ich wollte schon Verfahrenseinstellung beantragen", meint der Anwalt, da die Vorwürfe gegenüber seinem Mandanten haltlos beziehungsweise verjährt wären. Ermittelt wird unter anderem wegen des Verdachts auf grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen. Laut einem Bericht der Finanzbehörde soll es unter Svetits, vor allem aber unter GAK-Präsident Rudi Roth, zu Abgabenhinterziehung von insgesamt 4,5 Millionen Euro gekommen sein. Die Betroffenen dementierten prompt. Ob Svetits und die 46-Jährige in Untersuchungshaft müssen, wird sich am Mittwoch klären.

THOMAS ROSSACHER

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