Adi Pinter "wü wieder ham"
Österreich ist Graz. Und Graz ist seine große Liebe. Trainer Adi Pinter will nach seinem Rauswurf bei Pasching zurück in die Steiermark. Mit einer Vision im Gepäck. Von Thomas Huber und Birgit Baustädter.
Quelle © KLZ Digital Adi Pinter: "Welt beginnt in Österreich"
"Danke, das genügt. Wir sehen uns beim Anwalt wieder." Zwei Tage nach seinem "Strip" in der UPC-Arena und seinem Rauswurf hat Kult-Trainer Adi Pinter das Kapitel Pasching abgehakt. Fast. Denn einmal tritt der 63-Jährige noch nach: "Die 0:6-Niederlage beim GAK scheint mir sehr bewusst gewesen zu sein. Die Spieler haben danach im Bus gefeiert und getanzt: 'Hurra, wir haben den Trainer abgeschossen!'"
Sich zu ärgern ist für Pinter jedoch verschwendete Zeit. Er blickt nach vorne - und hat eine Vision: "Ich will irgendeinen Klub wie den FC Fasching (Anm. Pasching) kaufen, alle rauschmeißen und als Präsident, Manager und Cheftrainer in Personalunion den Verein ganz nach oben bringen." Seriös und sauber will er den Verein dann führen, gemeinsam mit seinen Freunden - lauter "Gehirn-Benutzern", nicht nur "Gehirn-Besitzern". Das nötige Kleingeld soll aus dem Verkauf seines Anwesens in Deutschland stammen.
Ein Kompliment an die "GAK-Buben"
Einen konkreten Klub hat Pinter noch nicht im Visier. Aber eines weiß er: "I wü ham - net nach Fürstenfeld, aber ham. Das ist für mich Graz." Für Pinter, der in 14 verschiedenen Ländern gelebt hat, fängt die Welt in Österreich an. Und Österreich ist Graz, zumindest für den 63-Jährigen. 700 Kilometer hin und retour sei er in der Vergangenheit oft gefahren, nur um am Kaiser-Josef-Platz Kernöl zu kaufen. "Den Schuss musst du einmal haben", sagt der gebürtige Grazer.
Eine Rückkehr zu seinem Heimatklub, dem GAK, ist für den "roten Messias" derzeit jedoch kein Thema: "Der GAK macht eine tolle Arbeit. Ich finde das ganz gut, was die Buben da machen." Den Rotjacken traut der Exzentriker heuer den Aufstieg zu, dem ÖFB spricht Pinter die Kompetenz ab: "Der GAK hat die Regionalliga souverän in der Hand, wird vielleicht mit 20 Punkten Vorsprung Meister und dann erwischen sie in der Relegation einen schlechten Tag oder Schiedsrichter und das Jahr war umsonst. Das ist doch hirnrissig!"
"Thema Austria Klagenfurt ist zum Kotzen"
Hirnrissig findet Pinter nicht nur das Ligasystem in Österreich. Auch vieles andere läuft für den Ex-Schauspieler, Ex-Politiker, Ex-Maler und Ex-Sänger schief. Ein Beispiel: Austria Klagenfurt: "Das Thema ist für mich so was von zum Kotzen. Vereinsfunktionäre betreiben über Jahre hinweg eine Misswirtschaft. In der normalen Wirtschaft wären sie längst verhaftet und hundert Jahre eingesperrt worden. Im Fußball toleriert man das. Das bringt den Sport in Verruf", schimpft Pinter.
So war es für Pinter nur eine Frage der Zeit, bis es auch seinen Ex-Klub treffen wird. Zur Verhaftung von Ex-GAK-Präsident Peter Svetits sagt Pinter: "Ich bin nicht der Staatsanwalt, aber ich kenne das Geschäft. Schwarzgelder hat es bei Fußballklubs immer gegeben. Und ich glaube, dass das auch die Finanzbehörde gewusst hat. Früher war das noch moderat, in den letzten Jahren wurde es maßlos übertrieben. Ich habe es fast befürchtet, dass es einmal einen kräftigen Crash geben wird."
Features
Am Anfang war der GAK
Adi Pinter begann seine Karriere im Nachwuchsbereich des GAK, wo er es bis in die Erste schaffte. Von Graz aus zog es ihn nach Belgien. Er war dann Spielertrainer bzw. Trainer oder Manager bei Klubs in Griechenland, Belgien, Frankreich, Polen, Kroatien, Schweden, Deutschland und Österreich (GAK, Sportclub, Krems).




















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