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Zuletzt aktualisiert: 04.10.2011 um 19:22 UhrKommentare

Zusperren? Aufsperren? Die Austria wieder "in Betrieb"

Der insolvente Regionalligaclub Austria Klagenfurt hat seinen Betrieb am Dienstag - zumindest vorübergehend - wieder aufgenommen. Am Montag war er geschlossen worden.

Foto © GEPA

Am Montag wurde der Betrieb beim SK Austria Klagenfurt zugesperrt, am Dienstag wieder aufgesperrt. Ist da irgendeine Hexerei im Spiel?

Nein, auch kein fauler Zauber. Austria-Präsident Matthias Dollinger sen. marschierte bei Masseverwalter Gerhard Kochwalter auf und übernahm eine persönliche Haftung von 87.000 Euro für die Fortführung des Spielbetriebes (Spielergehälter, Reisekosten, Stadionmiete) bis zur nächsten Gläubigertagsatzung am 25. Oktober. Eine Sicherheit musste Dollinger nicht beibringen. "Bei so kurzfristigen Entscheidungen ist das immer eine Sache zwischen Anwalt und dem Geldgeber. Ich kenne Dollinger, er kann sich das leisten. Mir reicht seine Unterschrift", sagte Kochwalter.

Reichen die 87.000 Euro von Dollinger sen. um den Verein langfristig zu retten oder müssen noch andere Maßnahmen ergriffen werden? Kann es am 25. Oktober noch immer zum endgültigen Aus für die Austria Klagenfurt kommen? Haben die Stadt Klagenfurt und die Sportpark GmbH auf ihre Forderungen von 550.000 Euro und 150.000 Euro verzichtet?

Der Betrag von Dollinger sen. reicht nicht, um den Klub zu retten. Es kann am 25. Oktober noch immer den Schlusspfiff geben, wenn da nicht alle Gläubiger mit dem 20-prozentigen Ausgleich einverstanden sind. Noch haben die Stadt Klagenfurt und die Sportpark GmbH ihre Forderungen nicht zurückgezogen. "Die Stadt hat schriftlich versprochen das zu tun, wenn die Staatsanwaltschaft erklärt, dass die, von der alten Klubführung verbrauchten, Fördergelder widmungsgerecht verwendet wurden. Gleiches gilt für die Sportpark GmbH", sagte Kochwalter.

Wird das schriftlich verfasste Urteil rechtzeitig auf dem Tisch liegen? Käme die Justiz zu einem anderen Urteil, passiert was? Gibt es ein, für die Austria, positives Ergebnis, greift die Stadt dem Regionalligisten dann wieder finanziell unter die Arme?

Staatsanwältin Gabriele Lutschounig geht davon aus, dass "der Abschlussbericht des Landeskriminalamtes rechtzeitig da ist". Sagt der, dass die alte Klubführung die Subventionen missbräuchlich verwendet hat, bleiben die Forderungen der Stadt und der Sportpark GmbH aufrecht, bedeutet dies das Aus für die Austria. Spricht das Gutachten für die alte Führung, darf sich der Verein aber kein Geld mehr von der Stadt erwarten. "Wir helfen nur dem Nachwuchs. Der erhält von uns eine fünfstellige Summe als Starthilfe, dann nur noch so viel, wie alle anderen Klubs auch", stellte Sportstadtrat Jürgen Pfeiler klar. "Die Erste bekommt nur noch die gleiche Förderung wie auch der SAK."

Darf die Austria nach der Wiederbelebung auch weiter in der Regionalliga spielen? Laufen die Verträge der Kicker ganz normal weiter?

Dank dieser kurzfristigen Rettungsaktion darf die Mannschaft am Samstag bei den Kapfenberg Amateuren antreten. Es wird auch weiter ganz normal trainiert. "Die Verträge der Akteure laufen selbstverständlich weiter. Jeder Spieler hat einen Kontrakt für ein Jahr unterzeichnet. Im Kader stehen 25 Mann", stellte Klubchef Dollinger sen. fest. Sollte am 25. Oktober doch etwas schiefgehen und der Konkurs rechtskräftig werden, sind alle Kicker kostenlos frei. Die Profis können ihre Ansprüche beim Insolvenzfonds anmelden.

Schafft die Austria den Ausgleich, stellt sich noch immer die Frage nach der Zukunft. Gibt es einen Plan und einen Investor mit dem nötigen Geld?

Lebt die Austria nach der Gläubigerversammlung am 25. Oktober noch, steht Peter Svetits parat. "Auf einem Treuhandkonto liegen 330.000 Euro, über die der Verein verfügen kann, wenn alle Altlasten beseitigt sind", weiß Kochwalter. Svetits hat einen Drei-Jahres-Plan. Spätestens 2013/14 will man in der Erste Liga sein.

JOSCHI KOPP

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