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Zuletzt aktualisiert: 17.06.2011 um 20:40 UhrKommentare

Austria Klagenfurt darf weiterleben

120.000 Euro müssen auf dem Konto sein, dann gibt der Sanierungsverwalter positive Prognose ab. Die Hinweise auf ein Weiterleben verdichteten sich in den letzten Tagen.

Foto © GEPA

Ist es nur Fassade oder kann die Klagenfurter Austria wirklich wieder Farbe bekennen? Das uralte Klubhaus der Violetten, das dem Stadion nicht weichen hatte müssen, erstrahlt nach einer Sanierung in neuem Glanz. Und inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass auch der Verein gerettet werden kann. Jedenfalls kündigte Sanierungsverwalter Roland Grilc an, am Dienstag einer Fortführung zuzustimmen. Voraussetzung dafür ist freilich Bares, das zumindest den Erhalt des Klubs für die nächsten zwei, drei Monate garantiert. Dies sollte mit 120.000 Euro möglich sein und eben dieser Betrag wird laut Präsident Hans Slocker auf dem Konto aufscheinen. Neben den bereits vorhandenen 60.000 sollen weitere 60.000 kurzfristig von einem Sponsor zur Verfügung gestellt werden.

Innerhalb dieser Anfangsphase muss dann, wie Grilc erläutert, ein definitiver Finanzplan für die gesamte Saison erstellt werden. Auch dafür werden jetzt die Weichen gestellt, jedenfalls geben sich die Beteiligten alle Mühe, Zuversicht nach außen zu tragen. Slocker spricht von einem Sponsor, der im Falle des Weiterbestands bereit sein soll, 250.000 Euro zur Verfügung zu stellen. "Das ist sehr konkret", so der Klubchef. Der Name wird aber so lange unter Verschluss gehalten, bis die Unterschrift unter einen Vertrag gesetzt ist.

Gläubiger müssen zustimmen

Dann kommt die dritte Phase, die der Beseitigung der Altlasten gewidmet ist. Knapp 400.000 Euro haben sich angesammelt, also wären bei einer Ausgleichsquote von 30 Prozent dafür rund 130.000 Euro aufzubringen. Für die Begleichung der Schulden bleiben zwei Jahre Zeit. "Die Gläubiger müssen allerdings der Quote erst zustimmen", so Grilc. Forderungen sind bis 20. Juli einzubringen, am 27. Juli folgt die erste Verhandlung.

Parallel zum wirtschaftlichen Wiederaufbau erfolgt die Umgestaltung des Kaders durch den neuen sportlichen Leiter Heimo Vorderegger. Schon am kommenden Montag (17 Uhr) bekommt das violette Mannschaftsbild schärfere Konturen, wenn Coach Rudi Perz beim Stadion zum Trainingsauftakt bittet.

Seltsame Rolle der Stadt Klagenfurt

Etwas eigenartig stellt sich, wie Grilc ausführt, die Rolle der Stadt Klagenfurt dar. Einerseits werden 550.000 Euro zurückverlangt, die im vergangenen Jahr in Richtung Klub geflossen sind, mit dem Hintergedanken, in der Öffentlichkeit zu punkten (Steuergeld wird zurückverlangt!). Andererseits wird aber auf die 30 Prozent verzichtet, wenn der Klub weiter besteht. Man will ja nicht an einem Tod schuld sein. HUBERT GIGLER


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