Violette Fahne auf Halbmast
Heute erhält die Stadt den schriftlichen Bericht des Aufsichtsrats über die Pleite von Austria Klagenfurt. Führung wird gehen müssen. Leise Hoffnung auf private Investoren.

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Vorweg eine Klarstellung: Austria Klagenfurt gehört der Regionalliga an, das ist in der österreichischen Fußballhierarchie die dritthöchste Leistungsstufe. Doch ungeachtet dessen ist die Öffentlichkeit alarmiert ob des nunmehrigen nächsten heimischen Fußball-Fiaskos. Die Emotionen gehen hoch und die zahlreichen Reaktionen wie etwa auf der Homepage der Kleinen Zeitung zeigen das ungebrochene grundsätzliche Interesse am Sport, der wieder einmal in Misskredit geraten ist.
Mehr als 300.000 Euro
Heute erhält der Klagenfurter Stadtsenat den schriftlichen Bericht des Aufsichtsrats, garniert mit unerfreulichen Zahlen. Denn das Minus, das der violette Klub in nicht einmal zehn Monaten erwirtschaftet hat, soll bereits jenseits der 300.000er-Marke liegen. Der konkrete Zwischenstand wird heute vorliegen. Bürgermeister Christian Scheider wurde inzwischen vom Aufsichtsrat schon verständigt, will aber zunächst die Misere schwarz auf weiß in Händen haben. "Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wir den Klub unter solchen Umständen noch weiter finanzieren. Wenn öffentliches Geld nicht ordnungsgemäß verwendet wird, müssen wir konsequent reagieren." Die schriftliche Mitteilung wird jedenfalls Grundlage der weiteren Vorgangsweise sein. "Wir müssen Punkt für Punkt durchgehen, alles ist zu argumentieren." Wie es derzeit aussieht, könnte die Causa in einen Zwangsausgleich münden.
Keine Verträge
Viel Sonderbares dringt jetzt nach außen. So verfügen die Spieler in der Schlussphase einer Meisterschaft noch immer über keine Verträge. Lediglich sogenannte Punktationen (Kurzfassungen, Vorverträge) liegen vor, die ausführlichen Fassungen sind nicht unterschrieben.
Wie es weitergeht, ist völlig offen. Scheider will das Stadion mit mehr nationalen und internationalen Veranstaltungen füllen und geht davon aus, dass die vorgesehene Umwidmung in eine multifunktionale Arena Mitte 2012 vollzogen ist, ebenso wie die endgültige bautechnische Fertigstellung. Mit dem regionalen Fußball lässt sich der Betrieb jedenfalls derzeit kaum aufrechterhalten.
Neueinsteiger?
Doch der Klub ist noch nicht völlig am Ende. Dem Vernehmen nach zeigen private Investoren Interesse am violetten Verein, freilich unter der Voraussetzung, dass sich die aktuelle Führung zurückzieht und die als Sportchef bzw. Trainer beurlaubten Helmut König und Walter Schoppitsch sowie der für das Logo verantwortlich zeichnende Grafiker Brandy Brandstätter auf ihre ausgehandelten Ansprüche verzichten. Die möglichen Neueinsteiger wollen vorerst natürlich ungenannt bleiben.
















