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Zuletzt aktualisiert: 15.02.2010 um 06:51 UhrKommentare

Verdacht gegen Haider erhärtet sich

Bei der krisengeschüttelten BayernLB haben Ermittlungen zu Millionenzahlungen für das Kärntner Fußball-Stadion den Korruptionsverdacht erhärtet. Haider dürfte für den Verkauf der Hypo Geld für das Stadion bekommen haben.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in der Stadion-Sponsoraffäre

Foto © APADie Staatsanwaltschaft ermittelt in der Stadion-Sponsoraffäre

Das schreibt die "Süddeutsche Zeitung" (Montag-Ausgabe) unter Berufung auf Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft.

Der verstorbene Kärntner Ex-Landeshauptmann Jörg Haider soll 2007 Sponsorzahlungen zur Bedingung für den Verkauf der Hypo Alpe Adria (HGAA) an die BayernLB gemacht haben. Inzwischen ermittle die Staatsanwaltschaft gegen mehr als zehn Beschuldigte: neben damaligen Vorstandsmitgliedern auch gegen Beschäftigte der Landesbank und deren Berliner Tochterbank DKB, die in die Sponsorzahlungen verwickelt sein sollen.

Hypo-Geld für Fußball-Club

In Österreich gab es gegen den Verkauf der Hypo Alpe Adria an die BayernLB Widerstand, den Haider aber beiseite räumte. Auch das Geld für den Kauf des SK Austria Kärnten kam laut Zeitungsbericht von der Hypo: Da der lokale Fußballklub FC Kärnten von einem Aufstieg in die Bundesliga weit entfernt war und Haider nicht solange warten wollte, kaufte er sich die Lizenz des oberösterreichischen Klubs Pasching. Die Hypo sponserte das nach ihr benannte Stadion und zahlte im Juni 2007 einen Zehn-Jahres-Vertrag auf einen Schlag mit fünf Millionen Euro aus.

Das war der damals schon klammen HGAA offenbar nur möglich, weil die BayernLB-Tochter DKB einsprang, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Die DKB ging demnach eine "Unterbeteiligung" an dem Sponsorvertrag der Hypo Alpe Adria für das Stadion ein. Zwei Millionen Euro flossen 2009 letztlich trotz der Widerstände von DKB-Verantwortlichen von Berlin nach Kärnten. In Kreisen der BayernLB wird laut "Süddeutscher Zeitung" eingeräumt, die DKB habe für ihr Geld keine Gegenleistung bekommen, das Sponsoring sei nur ein Alibi für die Überweisung gewesen. Damit könne neben Korruption auch Veruntreuung von Bankvermögen vorliegen, hieß es. Es gilt die Unschuldsvermutung.


Ein "FC BayernLB"?

"Korruptionsverdacht", sagt die Justiz in Bayern. Sie prüft, ob Jörg Haider 2007 für den Verkauf der Hypo an die BayernLB zwei Millionen Euro Fußball-Sponsoring verlangt hat.

Ins Visier der Ermittlungen könnte damit der Hauptverantwortliche für den Hypo-Kauf, Ex-BayernLB-Chef Werner Schmidt, geraten. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Fünf Millionen hat die Hypo 2007 für das zehnjährige Namensrecht an der Hypo-Group-Arena bezahlt. Drei Millionen dienten zum Kauf der Pasching-Lizenz für den SK Austria Kärnten. Sollte die BayernLB oder ihre Tochter DKB mitgezahlt haben, wäre der Klub sozusagen ein "FC BayernLB".

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